…auf sie!

Nein, es ist nicht  so, dass es irgendwann nicht mehr weh tut. Der Schmerz bleibt. Er wird nur seltener. An der Intensität ändert sich aber nicht wirklich etwas. Da lügt der Volksmund. Jemand fehlt. Jemand, den man immer wieder gern um Rat gefragt hat, mit dem man Freud und Frust teilen mochte. Jemand, der mit einem gelitten und sich aufrichtig gefreut hat. Jemand, der sich sorgte, der einem oftmals einen Schritt voraus war und hinter die Fassade zu blicken vermochte. Jemand,  bei  dem man nach all den Jahren eigentlich schon wußte, was wohl die Antwort auf eine Frage sein würde, dem man sie aber trotzdem gerne stellte – nur um sicher zu gehen, dass die eigene Intuition einen nicht trügt. Doch grade hieran wird später  offensichtlich, dass der verloren geglaubte Mensch nicht wirklich fort ist. Man kennt die Antworten auf seine Fragen selbst –  auch ohne  sie zu stellen –  denn man wurde sie gelehrt. Gelehrt von jemandem, der “in einem selbst weiter lebt”.  Manchmal findet sich in  Floskeln dann halt doch ein großes  Bißchen  Wahrheit.

Meine Mutter hat mich in so mancher Hinsicht eingehend geprägt, mich angeleitet, die Welt in einem bestimmten Blickwinkel zu sehen.  Das wußte ich – mir wird aber zunehmend klarer, wie groß Ihr Einfluß auf meine Entwicklung war. Und dass ich ihr noch mehr verdanke, als es mir ohnehin schon bewußt war. So viele Einsichten und Werte, die es mir erlauben, heute so zu sein, wie ich bin. Und in eben jenen zunehmend häufig auftretenden Momenten der Selbsterkenntnis , in denen ich an sie denke, überwiegt dann doch ein Gefühl von Freude. Von Dankbarkeit. Und von Akzeptanz. Der Tod gehört zum Leben. Wir haben in unserem Kulturkreis nur eine ziemlich merkwürdige  Art, mit diesem Teil umzugehen, wenn man bedenkt, dass wir uns selbst gern als so wahnsinnig fortschrittlich präsentieren. Am Ende zählt letztlich doch nur Eines: Spuren, denen man folgen möchte. Das, was bleibt, in mir, macht sie unsterblich. Für mich und manch  andere. Für die, die sie kannten – und für die, die, denen sie den Weg gebahnt hat.  Und ich weiß: Sie war stolz. Und sie wäre stolz. Genau wie ich es bin,…

22. Juni 2010 von Neri
Kategorien: Willkommen im Leben! | 7 Kommentare

Kommentare (7)

  1. Schön geschrieben! Krötengrüns – und damit deine- Geschichte ging mir sehr nahe, weil ich mein Blog auch von meinem Sohn/ Admin geschenkt bekommen habe. Wir Mütter wollen unsere Kinder “groß kriegen”, das ist unser wichtigster Wunsch. Das hat sie geschafft und offenbar einen ordentlichen Kerl hervorgebracht :smile: Stolz isse! Und hoffentlich denkt mein Sohn einmal genauso, verlangt ja niemand, dass er es auch schreibt ;-) Ich wünsche dir alles Gute!

  2. *Träne wegwischt*
    Sie war stolz auf Dich und würde Dir nach diesen rührenden Worten aus dem kroetengruenen Himmel gerne ein paar Grüße schicken. vermutlich so in der Art, Du sollst nicht “so ville Menkene um se” machen.
    Auch ich denke oft an Sie und ihren wunderbaren Humor, den sie uns auf ihrem Blog zeigte. Schade, wirklich schade, dass ich es so knapp verpasst habe, sie auch real kennen zu lernen. Trag sie im Herzen weiter, lieber Neri. das macht siee glücklich auf ihrer Wolke.

  3. “Sie war stolz auf Dich” – da bin ich auch 100% tonari’s Meinung.
    Ich habe es nie gesagt, aber seit dem sie nicht mehr unter uns ist – hat sich die Blogwelt verändert … jedenfalls geht es mir so …
    Es fehlt halt einfach etwas – ihr Humor und ihre tollen Artikel … einfach alles …
    Sie hat viele mit ihrem Blog begeistert … so auch mich …

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!
    Liebe Grüße

  4. Lieber Neri, das hast Du sooo schön geschrieben.
    Und ich schließe mich den anderen an: Die Kröte ist bestimmt sehr stolz auf dich.
    :)

  5. Das, lieber Neri, hast Du richtig erkannt!
    Leider habe ich Frau von kroetengruen, diese nette, mutmachende, burschikose, sentimentale, kaltschnäuzige und humorvolle Flocke nie persönlich kennenlernen dürfen. Allein ihre Art im Blog zu schreiben, wird sie für mich immer unvergesslich bleiben lassen – Karin aus Berlin eben, etwas älter als ich (habe auch im Juni genullt, allerdings zwanzig mehr als Du) und genauso im Net interessiert unterwegs! Die technischen Problemchen wurden gemeistert – auf den Inhalt kams ja an! Und WIE sie mir fehlt: ich habe mich oft dabei ertappt, gewohnheitsmässig auf die kroeten-Site zu surfen, nur um anschliessend meine Tränen zu unterdrücken. Wahrscheinlich lacht sie humorvoll über mich, die techn. Kaulquappe, egal wo unsere Karin v. kroetengruen jetzt ist … :!:

  6. Ohja. Wie wahr.
    Meine Mami (nicht im Internet vertreten) verließ uns im Februar.
    Es gibt immer noch Momente, in denen ich in Tränen ausbreche.
    SIE FEHLEN EINFACH maßlos!

  7. Toller Text! Ich hab die FRau von Kroetengruen ja leider nur übers bloggen gekannt aber ich denke öfters an sie. Schon komisch welche Präsens sie hat obwohl ich “nur” ihren Blog gelesen habe.
    Sie war ein ganz außergewöhnlicher Frosch!

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