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Archiv für die Kategorie ‘Gesundheit’

Produkttest: “Sleeptracker” – Besser aufstehen mit Schlafphasenwecker?

8. Mai 2010 Neri 2 Kommentare

[Trigami-Review]

Morgens entspannt und erholt aufwachen. Wer wünscht  sich das nicht? Der US-amerikanische Hersteller Innovative Sleep Solutions schickt den sogenannten Sleeptracker  ins Feld, um kaufkräftigen Interessenten  (der Verkaufspreis liegt bei rund 160€)  eben dies zu ermöglichen. Doch was ist dran, an den  Werbeversprechen?

DSCF3503Zur Theorie: Unser Schlaf gliedert sich in verschiedene, sich periodisch wiederholende  Phasen, wobei er am Beginn der Nachtruhe noch tiefer ist, als am Morgen. Ein leichterer Schlaf bedingt natürlich auch eine erleichterte Erweckbarkeit. Und eben dieses Prinzips bedient sich der Sleeptracker, ausgehend davon, dass die einzelnen Schlafphasen mit einer spezifischen Erhöhung bzw. -erniedrigung des Muskeltonus   einhergehen. Anhand des Bewegungsprofils leitet das Gerät den Bewußtseinszustand des Trägers mittels eines Bewegungsmelders ab und weckt ihn oder sie in einem Fast-Wach-Moment. Die beiliegende Broschüre erklärt das Funktionsprinzip  anschaulich. Doch funktioniert das Ganze auch? Der französische Vertrieb zumindest verweist auf der offiziellen Produkt-Homepage auf eine Studie, welche eine 91%ige Übereinstimmung der Genauigkeit mit teuren Schlaflabor-Geräten bestätigt haben soll. Eben diese verlinkte  ”Studie” liest sich leider eher wie eine Pressemitteilung. Auch eine kurze Stichwortsuche in der größten medizinischen Meta-Datenbank PubMed förderte unter dem Suchbegriff “Sleeptracker” leider  keine Treffer zu Tage.

Zum Verpackungsinhalt gehören neben dem Sleeptracker ansich die  vorgenannte Bedienungsanleitung in erfreulich perfektem Deutsch, sowie ein USB-Verbindungskabel zum Anschluß an den PC zwecks Auswertung der vom Sleeptracker aufgezeichneten Daten.  Die “Uhr” selbst wirkt zunächst etwas klobig, trägt sich aber erstaunlicherweise wirklich gut, wenngleich sich ein textiles Armband  sicherlich noch etwas besser ins Ambiente des ansonsten meist doch kuscheligen Schlafplatzes eingefügt hätte. Nichts desto trotz: Das in China hergestellte Produkt bietet auch so einen ausreichenden Tragekomfort.
DSCF3506Neben der spätest  -möglichen Weckzeit obliegt es dem Anwender, eine Dauer für das mögliche Weckfenster davor einzustellen. In eben dieser Zeit überwacht der “intelligente Wecker” dann die Bewegungsmuster des Trägers (so vorhanden) und weckt ihn idealerweise in einem Zustand nahe des Bewußtseins, also fernab einer Tiefschlafphase. Dies geschieht, ganz nach Wunsch mittels einer Abfolge von Pieptönen und/oder mittels des integrierten Vibrationsalarms (zu sehen und hören im Video unterhalb dieses Absatzes).  Eben diese Signale wiederholen sich dann, sollte man das erste Mal verschlafen oder das Gerät keinen Fast-Wach-Moment detektiert haben, nochmals zum Zeitpunkt der voreingestellten spätesten Weckzeit, so dass man zumindestens nicht verschläft. Eben dies erwartet man ja auch von einem Wecker.

 

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Doch kommen wir zur Auswertung meines Tests: Für mich persönlich ist es irgendwie schon zur Gewohnheit geworden, morgens ermattet und müde aufzustehen. Die Gründe dafür sind mir bekannt: Ich gehe in der Regel schlicht viel zu spät ins Bett und die Qualität meines Schlafes hält sich dank chronischer Atembeschwerden meist auch in Grenzen. Das sind allerdings Faktoren, die der Sleeptracker nicht im geringsten zu beeinflussen vermag,  man ihm also auch nicht als Kritik anlasten kann.
Als persönliches Test-Fazit wurde ich also durchaus erfolgreich von dem Gerät geweckt – jedoch hielt mein Bewußtsein nur ein paar Sekunden durch, bevor ich wieder einschlief, um etwas später dann wie gewohnt vom Handy-Wecksignal  tatsächlich aufzuwachen. Meiner Verlobten erging es in Ihrer Testnacht  ebenso. Für den rauen Werktagseinsatz braucht es in unserem Falle wohl  halt doch etwas Aufdringlicheres.  Der Vibrationsalarm muß aber an dieser Stelle trotzdem lobenswert erwähnt werden: Eine äußerst angenehme Art, geweckt zu werden, wie wir einstimmig feststellten! Der Sleeptracker bleibt hier also  durchaus weiter im Einsatz. Und wer weiß – vielleicht stellt sich ja an einem freien Tag auch bei mir bzw. uns  mal der Besser-Aufwachen-Effekt ein… sofern das Babyphone  dem Sleeptracker nicht zuvorkommt ;)

 

Medien-Grippe

1. Mai 2009 Neri 2 Kommentare

Nur mal zum drüber Nachdenken:
Sowohl die Vogel- wie auch “Schweinegrippe” forderten bislang weltweit Todesopfer im niedrigen, zweistelligen Bereich – die klassische alljährlich auftretende Influenza (”echte Virus-Grippe”, also keine Erkältung) hingegen allein in Deutschland bis zu  Zwanzigtausend – jedes Jahr!
Es macht also derzeit wesentlich mehr Sinn, sich über die    kommende Grippeschutzimpfung im Herbst Gedanken zu machen,  als sich von der mediengeschürten Panik anstecken zu lassen, so man denn nicht grad aus einem Flieger aus Mexiko gestiegen ist, oder Kontakt zu kürzlich  von dort zurückgekehrten Reisenden hat(te).
Wer sich trotzdem gerne aus kompetentem Munde, ganz ohne Sensationsberichterstattung  und klatschfrei  zum Thema und über aktuelle Experten-Einschätzungen auf dem Laufenden halten möchte, der findet auf der Internetpräsenz des Robert-Koch-Instituts weitere Informationen.

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Guter Doc, böser Doc…

11. Februar 2008 Neri 7 Kommentare

Vorhin laß ich beim Teddykrieger ein Review zum  Online-Bewertungsportal "DocInsider". Hier kann man, vereinfacht gesprochen (ähnlich wie bei anderen Stellvertretern aus den Bereichen der Gastronomie-, Tourismus- oder Lehrkräfte-Bewertung) als Patient seinem Arzt eine Empfehlung aussprechen, oder eben vor ihm warnen, so man sich denn schlecht aufgehoben fühlte. Klingt gut? Ja, klingt gut – theoretisch…

Als angehender Mediziner hat man natürlich schon ein etwas anderes Gehör für Patientenurteile. Oftmals reimen sich Laien ja auch aus den paar Fetzen, die sie verstanden haben, irgendwas zusammen, anstatt nachzufragen. Ich höre es im Familien- und Bekanntenkreis immer wieder. Und ich will es garnicht verurteilen, neigte ich doch früher auch dazu. Ist schließlich ganz normal. Jedoch entstehen dabei teilweise haarsträubende Missverständnisse, die selbst mir als "Anfänger" auffallen.
An dieser Stelle fällt mir aber auch des öfteren auch auf, wie schwierig es sein kann, teilweise komplizierte und umfassende Sachverhalte ohne den Einsatz von verwirrenden Fachbegriffen verständlich darzustellen. Nein, das ich nicht einfach! Nichtsdestotrotz sollte Verständlichkeit natürlich eines der Ziele der Ärzteschaft sein. Leider kommt das Erlernen dieser Fähigkeit allerdings in der Ausbildung, soweit ich es bislang beurteilen kann, auch mehr als kurz…

Das größte Problem stellt wohl die wachsende Kluft zwischen dem sicherlich in vielen Fällen gerechtfertigten Anspruch auf Umsorgung und Aufmerksamkeit seitens des Patienten und den zunehmend mangelnden Ressourcen des medizinischen Personals im Allgemeinen auf der anderen Seite dar. Das in der Bevölkerung immer noch vorherrschende Bild des "im Geld schwimmenden" Mediziners trifft heutzutage nur noch in Einzelfällen zu. Sicherlich, in der plastischen Chirurgie läßt sich bestimmt noch einiges verdienen, der Hausarzt um die Ecke hingegen bekommt am Ende oftmals nicht vielmehr raus, als die Friseurin um die Ecke. Und dafür gilt es im deutschen Gesundheitssystem hinter den Kullissen Einiges zu tun, wovon der Patient natürlich nicht viel sieht.
Auf den Punkt gebracht, ist es aber oftmals so, daß der Medicus gezwungen ist, ein bestimmtes Kontigent zu erfüllen, um das "Unternehmen Praxis" wirtschaftlich aufrecht zu erhalten. Und in vielen Fällen gilt es dann auch noch, das Verschreiben von Medikamenten vor den Krankenkassen zu rechtfertigen, um nicht selbst dafür zur Kasse gebeten zu werden. Dies erzeugt einen Druck, dem viele schlichtweg nicht standhalten können und in Folge dessen eine Art Fließbandkoller entwickeln. Nicht schön – garnicht schön – aber irgendwie auch menschlich. Wer von uns arbeitet nicht schlechter, wenn er sich gehetzt fühlt?

Vielleicht sollte ich es an dieser Stelle kurz betonen: Ich will hier garnix und niemanden in Schutz nehmen. Das deutsche Gesundheitssystem krankt! Und zwar gewaltig! Und es gibt definitiv auch gute und weniger gute Ärzte. Keine Frage. Es geht mir lediglich um ein beiderseitiges Verständnis. Klar, der Patient findet es nicht gut, stundenlang in Wartezimmern zu hocken, um dann im Eilverfahren abgefertigt zu werden. Und nachdem er seine Praxisgebühr entrichtet hat, darf er in der Apotheke auch noch draufzahlen. Man sollte sich aber auch klar machen, dass Ärzte mit diesen Bedingungen ebenso wenig glücklich sind.

Ich persönlich habe mir angewöhnt, Ärzte als Dienstleister zu betrachten. Natürlich freue ich mich, wenn der Doc mir ein wenig Zeit opfert und mir das Gefühl gibt, sich für mich persönlich zu interessieren. Ich bin mir aber andererseits im Klaren darüber, dass dieses Ideal systembedingt nur noch sporadisch umgesetzt wird. Insofern erwarte ich von meinem Arzt ähnlich wie von meinem Automechaniker verpflichtend nur noch eine adäquate Behandlung und als Kür ein wenig Zwischenmenschliches. Das funktioniert natürlich auch nur für mich, der ich ganz rational an die Sache herangehe und schon jetzt im Kreise meiner Kommillitonen beobachten kann, dass bei Einigen die medizinischen Kenntnisse herausragend sind, ihre soziale Kompetenz hingegen kümmerlich ist.

Muß ein Arzt nett sein, um zu heilen? Prinzipiell nicht, würde man meinen. Aber es hilft! Das Gefühl, sich gut aufgehoben bzw. behandelt zu fühlen hat nämlich erwiesenermaßen einen immensen Einfluß auf die Genesung des Patienten. Ein Patient, der nicht an seine Heilung glaubt, wird auch nicht gesund.
(Eben dies ist auch der Grund für die Effektivität von Placebos: Der Optimismus des Arztes überträgt sich quasi auf den Patienten, dessen Genesung spontan foranschreitet, jedoch ebenso abrupt endet, klärt man ihn über den "Schwindel" auf. Vgl. "Pygmalion-/Rosenthal-Effekt")

Das größte Problem von DocInsider und ähnlichen Services dürfte meiner Meinung nach sein, dass es weit mehr Leute gibt, die (ob zu Recht oder nicht) ihrem Ärger Luft machen, als solche, die ihrer Zufriedenheit Ausdruck verleihen wollen. Da ist die Motivation nämlich erfahrungsgemäß schon weit geringer. Kennt man ja von sich selbst. Und wie oft hört man Sprüche wie: "Das darf man garnicht groß erzählen, sonst isses da nächstes Jahr total voll und man bekommt keinen Platz mehr, oder die erhöhen die Preise!". Clever oder absoluter Blödsinn? Ich zweifle…
Fakt ist, das zumindest die Bewertungsplattformen für Lehrer und Uni-Dozenten oftmals für persönliche Feldzüge genutzt werden. Eine Gefahr, die sicherlich auch DocInsider im Auge behalten und sich über entsprechende Präventionsmaßnahmen Gedanken machen sollte.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das entwickelt und werde vielleicht irgendwann zu denen gehören, die sich dererlei Bewertungen stellen müssen – vielleicht aber auch einer von denen, die dererlei Angebote als willkommenes Feedback für mich selbst annehmen werden, so sie dann noch existieren. Ich denke aber, davon darf man ausgehen.

Und hätte ich jetzt nen Tr*gami-Account, hätte ich in der letzten halben Stunde sogar ein bissl Geld verdient. Dummer Hobbit, ich…

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Trau Dich!

28. Dezember 2007 Neri 4 Kommentare

Zwei Autos. Blechschaden. Warnblinker. Hupende Idioten. Zwei Männer, die in den Innenraum des einen Wagens blicken. Und ich. Weiterfahren? Nein, RANfahren! Und Hilfe anbieten. Nach Verletzten fragen und sich zutrauen, im Ernstfall helfen zu können. Ein komisches, aber irgendwie verdammt gutes Gefühl – auch, wenn man glücklicherweise nicht gebraucht wurde…

Was hättest Du getan? Weißt Du noch, was zu tun ist?

Besuch einen Erste Hilfe-Kurs! ES LOHNT SICH!

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Nase voll

13. Dezember 2007 Neri 1 Kommentar

Mehrfach postoperativ rezidivierende Polyposis nasi et sinuum i.F. chronischer Pansinusitis

So, oder zumindest sehr ähnlich dürfte die Diagnose "auf Schlau" in etwa lauten. Zu deutsch: Ich hab die Nase voll! Und das in mehrerlei Hinsicht…
Ein weiterer Artikel aus der Reihe "Beiträge, die über Suchmaschinen Leidensgenossen zwecks Erfahrungsaustausch zusammenführen könnten", bei dem zwar der ein oder andere Fachbegriff einfließen wird, ich mich aber im Großen und Ganzen bemühen werde, für Jedermann verständlich zu schreiben. Fangen wir gleich damit an: Oben aufgeführtes Kauderwelsch beschreibt eine auch nach wiederholter Operation immer wieder auftretende Entzündung aller drei Nebenhöhlen unter Ausbildung von Polypen in diesen.

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Migräne

21. November 2007 Neri 11 Kommentare

"Nicht heute Schatz – ich hab Kopfweh!" - Dieser oder ähnliche Sätze gehen wahrscheinlich den meisten durch den Kopf, wenn sie das Wort "Migräne" hören. Wirklich vorstellen können sich darunter jedoch meist nur Betroffene etwas. In  unserer Gesellschaft hat die Migräne leider den Ruf eines oftmals vorgeschobenen oder schlichtweg übertrieben dargestellten, gewöhnlichen Kopfschmerzes. Dies mag an mancher Stelle auch zutreffen – die Realität sieht jedoch leider nicht immer ganz so harmlos aus…

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