Wenn ich, wie heute, so mit meinen Mädels durch irgendein Shopping-Center streife und unser nunmehr einjähriges Töchterchen (mittlerweile übrigens nahezu stabil selbständig laufend!) plötzlich und unvermittelt vor mehreren Schuh- und Bekleidungsgeschäften stehenbleibt  und sich dann anschickt, diese zu stürmen, dann…
…ja, dann hab ich etwas Angst vor der Zukunft
Unser kleines Wildschwein Lieblingskind ist zur Zeit etwas – nunja, sagen wir quengelig. Man zeigt erste Anzeichen von Jähzornigkeit. Wahrscheinlich liegt’s an den Zähnchen. Oder sollte ich mir doch Sorgen machen, wenn ich mir so anschaue, welche Nummer das Kind wählt, wenn Sie das über Maß begehrte Telefon in die Hand bekommt?

Ja, ganz recht: Das Lieblingskind hat aktuell ein Lieblingslied - ein absolut fieser Ohrwurm, den Mama und Papa aber auch wunderbar bedarfsgerecht umtexten können… Ob der Nachwuchs allerdings auch Geschmack hat, darüber lässt sich streiten.
Und jetzt alle zusammen!
Missionsbeschreibung: Madame hat Weihnachtsfeier. Hüten Sie Ihr 7 1/2 Wochen altes gemeinsames Kind für 4-5 Stunden.
Gestellte Ausrüstung: 120ml Muttermilch, ansonsten Heimspiel
Probleme: Definitiv zu wenig MuMi (mehr war grad nicht drin – im wahrsten Sinne des Wortes), keine Brüste bei Papa  (zumindest keine lactierenden *g*) und Blähungen (auf Seiten des Kindes!)
Auswertung: Ich habe Rücken, bin heiser, wurde angeschissen, bespuckt und angeschrien – aber wir haben’s geschafft! Und wir hatten auch ein paar wirklich schöne gemeinsame Spielmomente und “Unterhaltungen”. Kurz: Anstrengend, aber (mit ein bissl mehr Snacks fürs kleine Raubtier und etwas Routine) durchaus machbar.
5 Wochen ist unsere kleine tagesstrukturierende Maßnahme nun alt. Zeit, meinen Platz im elterlichen Schlafzimmer zurückzuerobern! Ich hatte mich ja nach zunächst freiwillig ausquartiert, da meine doch recht ausgeprägte Rhonchopathie sicherlich wenig förderlich im Sinne einer Erholung von den Strapazen der Geburt gewesen wäre – weder für Madame, noch für den Nachwuchs…
Die ersten beiden Nächte zu Dritt liefen auch überraschend gut – zumindest aus Sicht der Damen. Frau Mama freut sich frauentypisch über eine zusätzliche Wärmequelle und Kind 1.0 zeigt sich völlig unbeeindruckt von meinem Gaumenflattern.
Ich hingegen sehe mich schlagartig mit spontan einsetzenden Grunz- und Quietschlauten unseres Nachwuchses in direkter Nähe konfrontiert. Irgendwas zwischen südlichem Gollum (Klickbefehl!) und Walgesängen dringt da plötzlich aus der Stille zu mir herüber und reißt mich unsanft aus meinen Träumen…
Der versuchsweise Einsatz von Ohrstöpseln zur Erhöhung des Schlafkomforts verlief wenig befriedigend. Die Dinger nerven und verunsichern mich irgendwie – auch, wenn man die Kindsgeräusche durchaus weiterhin wahrnimmt.
Macht aber nix. Schlußendlich, nach einigen verpassten REM-Phasen stören einen die periodischen Schlafunterbrechungen auch irgendwie garnicht mehr… zumindestens vorerst. Im Gegenteil: Man entwickelt eine gar buddhistische Einstellung zu dieser Art nächtlicher Ruhestörung und beginnt irgendwann, jedes Quieken nur noch mit einem müden, aber zufriedenen Lächeln zu bedenken. It must be love, love, love!
Zeitweise spielt man gar mit dem Gedanken, den Tag nicht wie gewohnt erst um zehn Uhr, sondern vielleicht doch schon um 5(!) zu beginnen. Soll ja Leute geben, die das so machen. Hab ich früher schließlich auch geschafft, aber da war ich ja auch noch jung. Man könnte ja der Erste(!!) beim Bäcker sein, noch warme Brötchen abstauben und dann gleich noch mal rüber zum Supermarkt und ein paar Dosenbirnen(!!!) organisieren… denkt man sich, bevor man glücklicherweise doch wieder in eine barmherzige Ohnmacht zurückfällt - nachdem man sich schlaftrunken noch schnell lüstern ein Leberwursttoast(!!!!) verinnerlicht hat.
Gute Nacht, meine Lieben!
Es gibt so Tage, an denen ist man einfach zweitklassig. Nicht im allgemeinen, sondern nur bezogen auf sein Kind. Vorhandensein vorausgesetzt. Solange sich alle Wohlfühl- und Bedürfnis-Parameter des noch frischen Nachwuchses im grünen Bereich befinden, wird man geduldet – mittelfristig vielleicht sogar beachtet und als kurzweilige Unterhaltung willkommen geheissen.
Aber wehe, es keimt Unmut auf: Dann kann Papa noch so viel und liebevoll summen, singen, wiegen, schaukeln, tanzen, streicheln und beruhigend dahersäuseln. Vollkommen sinnlos - er hat nunmal keine Brüste! Zumindest keine, die eine ernstzunehmende Konkurrenz für Mamas wären.
Wer nun aber meint, das abrupte Verstummen des Traglings sei auf eine akute Nahrungsunterversorgung zurückzuführen, der wird schnell enttäuscht: Selbst das Anlegen an die mütterliche Brust mit dem Ziel der Stillung wird lediglich mit 2-3 unmotivierten Saugbewegungen, gefolgt von schlagartig einsetzender Somnolenz quittiert.
In seiner Funktion als XY-Elter fühlt man sich da schnell degradiert und inkompetent. Um aber eventuell aufkeimende Frustrationen zu vermeiden, sollte man sich einfach schnell auf eine betont männliche Sichtweise besinnen: Als Kerl fühlt man sich an der angegebenen Stelle schließlich doch auch sehr wohl -man muss halt nur Teilen lernen
Nein, ich hab eigentlich nicht vor, aus BOOYABOO.DE ein Baby-Blog zu machen. Aber herje, was hab ich den aktuell sonst zu erzählen, ausser von diesem unglaublich tollen Babyphone-Ding zu schwärmen, welches mich (die paar Stunden am Tag) irgendwie doch sehr viel besser schlafen lässt, weil es gleich noch die Atmung unserer tagesstrukturierenden Maßnahme überwacht. Wahrscheinlich sollte man über manche Dinge einfach garnicht nachdenken…
Ich könnte Euch auch verraten, warum die teureren Markenwindeln (zumindest im bisherigen Vergleichsprozess) doch ihr Geld wirklich wert sind. Auch könnte ich erzählen, dass sich brüllende Raubtiere von einer Sekunde zur anderen mittels Einschalten eines in jedem Haushalt verfügbaren Elektrogerätes zähmen und wie von Zauberhand beruhigen lassen. Und dann würde ich noch auf jemanden verlinken, der bereits vor mir auf die Idee gekommen ist, das Geräusch eines solchen Haartrockners stromsparend zu digitalisieren, so dass man es auch vom MP3-Player oder Mobiltelefon abspielen lassen kann. Der Umwelt Haushaltskasse zuliebe.
Wahrscheinlich würde es mir keiner von Euch glauben, aber der Handy-Föhn funktioniert tatsächlich! Ein Wunder, dass die Klingelton-Industrie das noch nicht zur Marktreife geführt hat. Ich las sogar von Leuten, die ihre Kinder aus selbem Grund hauptsächlich unter der Dunstabzugshaube(!) in der Küche wickeln – bei abgeschaltetem Herd, versteht sich.
Aber würde das jemanden interessieren?
Ist es normal, dass ein Säugling beim Anlegen an die mütterliche Brust wild den Kopf hin- und herschleudert und dabei Geräusche von sich gibt, wie man sie eigentlich von Raubtieren kennt, die ein Stück Fleisch aus ihrem Opfer reißen wollen?
Toffelchen hat Mama offensichtlich zum Fressen gern ;)