Testbericht: Freisprecheinrichtung “EGO CUP”
Ich befand mich (ehrlich!) gerade auf der Suche nach einem Bluetooth-Headset, als ich von einer netten jungen Mitarbeiterin der Agentur dot-friends gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, eine portable Freisprecheinrichtung fürs Auto zu testen, die ich im Gegenzug dafür behalten könne. Man würde sich allerdings freuen, wenn ich im Gegenzug eine kleine Rezension über das Produkt verfassen würde.
Wohlgemerkt: Man betonte, daß man MEINE Meinung möchte. Authenzität also – keine Blümchen, oder so! Und ganz genau so wird’s laufen! Alles andere wäre auch indiskutabel gewesen. In diesem Sinne: Erspart mir den Kommerzialisierungsvorwurf, ok? Ich bin jung und gutaussehend, aber auch arm – und nicht dämlich! Ich habe zugesagt und hier ist mein Testbericht. Pacta sunt servanda!
Die portable Freisprecheinrichtung “EGO CUP” aus dem Hause Funkwerk Dabendorf schickt sich an, einen Platz in deutschen Durchschnitts-PKWs zu ergattern – eben dort, wo eine solche nicht zur gängigen, fest installierten Ausstattung zählt.
Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von derzeit 89 Euro und in Anbetracht geltenden deutschen Straßenverkehrsrechtes, welches Telefonieren am Steuer ohne eine Freisprecheinrichtung verbietet, ist dies kein ganz unrealistisches Vorhaben.
Auf der Suche nach einem lauschigen Plätzchen kamen findige Entwickler offensichtlich zu der Erkenntnis, daß die meisten Fahrzeuge über einen (zumindest außerhalb des Hochsommers oder abseits von Burgerketten-DriveIn-Besuchen) üblicherweise nicht wirklich häufig benutzten Standort verfügen, den man einfach zweckentfremden könnte:
Die (oder der?) EGO CUP ist zur temporären Installation im Getränkehalter eines KFZ vorgesehen. Eine begrenzt formbare Spiralklemmkonstruktion aus Hartgummi o.ä., auf der das eigentliche Gerät mit einem Dreh fixiert wird, sorgt für Passform ungeachtet des Innendurchmessers der zur Verfügung stehenden Öffnung. Nach anfänglicher Skepsis war ich letztlich doch überrascht von der Stabilität dieser Konstruktion.
Daß der Getränkehalter in meinem Fahrzeug jedoch nicht, wie in den mir bekannten Werbefotografien, in der Mittelkonsole, sondern im aufgeklappten Handschubfach lokalisiert ist, führt allerdings unglücklicherweise dazu, daß die Anlage einerseits recht weit von der Position des Fahrers entfernt ist und darüberhinaus die Beinfreiheit des Beifahrers extrem eingeschränkt wird. Ganz abgesehen vom erhöhten Unfallrisiko. Eine anderweitige Unterbringung im Fahrzeuginnenraum verbietet sich aus selbigem Grunde ebenfalls, worauf die Anleitung löblicherweise auch unmißverständlich hinweist. Immerhin entwickeln unzureichend befestigte Gegenstände bei einem durch einen Auffahrunfall mit “nur” 50 Km/h ausgelösten Flug durch den Innenraum gut das 50-fache ihres Eigengewichtes! Das kann nicht nur weh tun, sondern tödlich sein!
Die eigentliche Freisprecheinrichtung überrascht beim Auspacken mit wirklich geringen Maßen und ist nach dem Einstecken einer kleinen Mikrofon-Einheit auf der Rückseite und Anschluß des mitgelieferten Netzteils an den Zigarettenanzünder sofort betriebsbereit.
Der optische Eindruck weckt Interesse an dem kleinen Ding und verdient das Prädikat “niedlich, aber schick”. Die Anfassqualität ist nicht berauschend und die Taster wirken im ersten Moment etwas wackelig, im Großen und Ganzen erscheint das Produkt jedoch, zumindest was die Haupteinheit angeht, einigermaßen stabil (einen Falltest hab ich mir trotzdem verkniffen). Lediglich das separat per Klinkenstecker zu installierende Mikrofon birgt natürlich das Risiko von Bruchschäden beim Einwirken von mechanischen Hebelkräften auf die Geräteeinheit. Hier ist ein wenig Achtsamkeit im Umgang gefragt, zumal das EGO CUP ja für den regelmäßigen Ein- und Ausbau konzipiert ist.
Die beiliegende Kurzanleitung wird ihrem Namen durchaus gerecht und ermöglicht einen schnellen Überblick über die intuitive Bedienung des Gerätes.
Das “Pairing“, also das Bekanntmachen oder Verkuppeln mit meinem XDA Orbit verlief innerhalb von Sekunden und absolut problemlos. Gleiches gilt für das ebenfalls getestete Nokia-Handy meiner Liebsten. Insgesamt ist es wohl möglich, bis zu acht Bluetooth-fähige Mobiltelefone anzumelden. Die “Installation” verlief also soweit vorbildlich.
Einige Test-Telefonate bei stehendem Fahrzeug erfreuten zunächst trotz der etwas größeren Entfernung zum Gesprächspartner im Wagen auch durch gute Verständlichkeit auf beiden Seiten. Und auch im Stadtverkehr gab es keinen Grund zur Kritik. Die Stimmen waren klar hörbar und auch mein Gegenüber bescheinigte mir eine gute Verständlichkeit.
Die große Enttäuschung kam dann auf der Autobahn: Ich besitze ein rund 13 Jahre altes Mittelklasse-Fahrzeug, in welchem es bei hohen Geschwindigkeiten zwar nicht wirklich laut, aber dennoch hörbare Fahrtgeräusche gibt. Und unter diesen Bedingungen hat die Anlage leider schlichtweg versagt. Das EGO CUP-System war leider nicht in der Lage, gegen den Geräuschpegel im Innenraum anzukommen – selbst bei voll “aufgedrehter” Lautstärke am Gerät. Ich konnte meine Gesprächspartner kaum noch verstehen, selbst dann nicht, wenn ich das Gerät aus seiner Halterung löste und mir quasi vors Lenkrad hielt. Und auch am anderen Ende kam es, wie man mir berichtete, enttäuschenderweise ebenfalls zu starken Verständnisschwierigkeiten. Auch ein Vergleichstest bei rund 150 Stundenkilometer in einem anderen Durchschnitts-PKW ebenfalls deutscher Bauart, jedoch neueren Baujahres lieferte zwar ein leicht besseres Ergebnis, meine Beifahrerin beschrieb die Verständigungsqualität jedoch, genau wie unser Gesprächspartner als “etwas anstrengend”.
Ein klares Knockout-Kriterium für mich, der ich doch recht viel Zeit auf deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrswegen verbringe. Denn die Konzentration sollte schon auf die Straße gerichtet bleiben – dafür sind Freisprechanlagen ja nicht zuletzt auch da.
Möglicherweise stellt sich diese Problematik ja in Limousinen der Oberklasse weniger – aber die Käufer-Zielgruppe des Gerätes dürfte vermutlich weniger im Bereich der Inhaber aufwendig gedämmter Nobelkarossen liegen, die eÃne Freisprechanlage ggf. sogar schon mitbringen.
Mein persönliches Fazit: Eine ansich gute Idee (zumindest für Eigner eines Fahrzeuges mit Getränkehalter in der Mittelkonsole), jedoch ein wenig fummelig im Umgang und leider mit argen Schwächen bezüglich der Verwendbarkeit abseits der Stadtstraßen, wo ein etwas ungleicher Kampf zwischen allerlei Geräuschquellen und dem Winzling tobt. Für regelmäßige Autobahnfahrten dürfte sich eher eine Einbaulösung anbieten, welche Gespräche über die fahrzeugeigene Stereo-Anlage wiedergibt. Auch dererlei Lösungen finden sich im Portfolie der EGO-Serie - sogar schon ab 10 Euro Aufpreis unter dem Namen “EGO TALK“.
Abschließend sei mir noch erlaubt, der Agentur dot-friends und Ihren Mitarbeiter(inne)n für das nette Weihnachtsgeschenk zu danken. Gerne wieder!
Der ![]()


Sehr nett. Ich glaub, mir geht es da wie dir. Da ich nicht ständig das Fahrzeug wechsele, bevorzuge ich Einbauten aller Art, die man nach der Installation nicht mehr sieht.