Einkaufsphilosphie

Ich bin ja Fan, Verfechter und überzeugter Nutzer des Online-Shoppings. Die Gründe hierfür rekapituliere ich in regelmäßigen Abständen von einigen Wochen selbständig – nämlich immer dann, wenn ich mir mal wieder vornehme, in irgendeinem Konsumtempel mal eben 3-4 Dinge zu besorgen…
Wenn ich dann nämlich nach 2×30 Minuten Fahrtzeit, insgesamt einer halben Stunde Fußweg durch das Labyrinth der Einzelhandelsgassen und gut 2 Stunden des Auffindenssuchens der gesuchten Artikel wieder zu Hause ankomme, konstatiere ich neben 3,5 Stunden vertaner Zeit (die ich  sehr gut auch anderweitig verschwenden kann)  nebenher meist mehr oder weniger schwerwiegendere finanzielle Verluste trotz gleicher Ware. Ok, dafür hab ich das Zeug  auch gleich in der Hand – oftmals aber eben nicht genau das Produkt, welches ich eigentlich erwerben wollte. Im schlimmsten Fall steh ich aber sogar ganz ohne das Objekt der Begierde da, weil es heißt “Ham’wa nich!” oder “Iss grad aus…“.
Immer wieder beeindruckend auch die vermeintliche Kompetenz von sogenannten Fachverkäufern – z.B. in Elektronikfachmärkten: Da haben die meisten Drücker von ihrer Ware etwa soviel Ahnung wie die Confiserie-Schnalle aus der Nachbarwabe. “Ich bin doch nich blöd! “. Biste doch!

Zugegeben, Schuhe, Kleidung und dergleichen verlangen nach einer persönlichen Anprobe. Der Bäcker, Lebensmittelhändler und der Drogeriemarkt liegen meist eh auf alltäglich zurückzulegenden Wegstrecken.  Darüber hinaus  fallen mir aber nur recht wenige Artikel ein, die ich nicht einfach, schnell, verlässlich und meist auch günstiger als irgendwo in der Innenstadt mit ein paar Mausklicks innerhalb von 48 Stunden in mein Wohnzimmer klicken könnte.
Ich bekomme genau das, was ich möchte, zu einem in der Regel guten Preis, bin  mittels Netzquellen über die genauen Produktdaten  im Bilde und muss mir keine Sorgen machen, ob  die Ware  vorrätig ist – steht ja alles schwarz auf weiß da!

Und das allerschönste: Boxershorts! Selbst in denen kann ich das nämlich machen, wenn ich will. Unrasiert und männlich riechend – falls es ausnahmsweise mal an allmorgentlicher Disziplin mangelt. Ich kann dabei ein Eis essen, wenn ich will auch Pizza, oder ein Käffchen schlürfen – ganz wie die Sehen-und-gesehen-werden-Community in den gläsernen Portemonaie-Melkereien.  Nur hab ich dabei nichtmal Spritkosten und schone meine Nerven.

29. November 2008 von Neri
Kategorien: BlaBla | 5 Kommentare

Kommentare (5)

  1. AMEN!!!

    Schade ist nur, dass der lokale Einzelhandel dabei auf der Strecke bleibt und so auch der Stadt Steuereinnahmen entgehen – die dann ja iiiiirgendwie auch einem selbst wieder zu Gute kommen köööönnten.
    Eine Ausnahme mache ich aber nach Möglichkeit: bei neuen Büchern bevorzuge ich noch den Weg zur örtlichen Buchhandlung. Keine Ahnung warum, ist mir irgendwie sympathischer – selbst wenn einen die Tanten da mitunter doch eher zu Amazon & Co. flüchten lassen wollen…

  2. Jau, ich sitze hier auch unrasiert und in Boxershorts und lese diesen Beitrag :-)

    Aber Recht haste ja. Besonders zu dieser Jahreszeit wieder, wo man angezogen für den Nordpol in einem Amazonasklima rumlaufen muss!

  3. Seitdem ich auf dem Dorf wohne, kaufe ich auch nur noch online ein und habe festgestellt, wenn ich dann mal in einem Einkaufstempel wie z.B. Karstadt stehe, 5 oder 6 Etagen vor mir habe, dass ich völlig ziellos durch die Gänge streife, erst Beratung dann die Kasse suche, dort ewig anstehe und am Ende ohne etwas zu kaufen den Laden fluchtartig verlasse. Sicherlich ist es schade um die wirklich kleinen Einzelhändler. Doch wo gibt es die noch? Die Innenstädte sehen alle gleich aus, nur noch Ketten und die wirklich schönen Geschäfte mit schönen, exklusiven Sachen (hergestellt u.a. in Deutschland, ohne den Billigramsch aus China) finde ich fast nur noch im Netz…

  4. Also i c h habe meine Boxershorts nicht online gekauft … :mrgreen:

    Gute Erfahrungen haben wir bei e*ay gemacht und auch beim Neukauf unserer Digicam (Canon A630). Ansonsten geht mir der Werberummel tierisch auf’n Geist. Ob Tsch*bo, Q*elle oder andere Anbieter, sie müllen mich regelrecht zu – obwohl ich noch nie dort online bestellt habe … :roll:

  5. @Martin: Naja, für Hardcore-Leser wie Dich ist es sicherlich ein Vorteil, mal genauer irgendwo reinzulesen, wenn Du neuen Stoff brauchst… da iss das entschuldbar ;)

    @Julia: Warum tragt Ihr eigentlich nicht alle Eure eigenen Schlüpferchen, statt immer in unseren Boxershorts rumzulaufen? :roll:

    @Jana: Wenn ich einen wirklich guten Einzelhändler zur Hand hätte, würde ich sicherlich auch dem den Vorzug geben. Nur gibt es die, wie Du schon sagtest, kaum noch und wenn, dann sind sie leider bei weitem teurer als die Onlinekonkurrenz – und da muß ich dann leider doch zu Gunsten meines studentischen Budgets entscheiden.

    @Hm – also von dererlei eigentlich seriösen Unternehmen hab ich bislang noch keinen Spam bekommen. Wundert mich ehrlich gesagt, dass Du damit zu kämpfen hast.

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