Fellpflege

Ich habe ehrlich gesagt nicht die Spur einer Ahnung, worin die eigentliche Wurzel meiner Aversion gegen Friseurbesuche tiefenpsychologisch vergraben liegt. Ich weiß aber, daß ich die Beschneidung meines Haupthaares regelmäßig so weit wie möglich hinauszögere… obwohl ich jedesmal schockiert von den Auswirkungen dieser Taktik bin!

Eigentlich ist es doch eine feine Sache. Man zieht los, packt sich in einen bequemen Stuhl und läßt sich von ihr, alternativ auch ihr, oder irgendeiner/m Anderen verwöhnen. Bei Bedarf sogar mit Massage während der Federspülung. Ich mach's meist "trocken", bzw. eher angefeuchtet, wenn ihr versteht. Natürlich wasch ich mich vorher zu Hause. Ähm… egal! Tut auch nichts zur Sache.

Festzuhalten bleibt jedenfalls, daß mich im Idealfall ein recht aerodynamischer Kurzhaarschnitt schmückt. Wenn ich frisch vom Friseur komme, sehe ich dadurch zwar immer ein bißchen aus, wie ein Hackbällchen, aber im Mittel hat sich dieses Styling doch bewährt. Ist ja auch pflegeleichter so. Nach dem Duschen eine Portion skulpturehaltender Masse rein, einmal durchwuscheln, trockenföhnen und gut iss. Womit wir dann auch schon beim Punkt wären:

Bis ca. 3 Wochen nach der manuellen Verkürzung läßt sich die Mähne mittels eines "Glanzschaumhaarlacks" auf diese Weise auch ganz gut bändigen. Die nach kranial leicht konisch auslaufende Form reduziert überdies in dieser Phase die optische Dominanz meiner Hamsterbäckchen und hat diesen animalichen Wolverine-Touch. So mögen die kleinen Schwesternschülerinnen mag meine Süße das…

Doch wehe, die vierte Woche rückt an. Diese ist nämlich vergesellschaftet mit ersten Formungsproblemen post-lavage. Da mag sich das typische Kopfdesign irgendwie nicht mehr so recht wiederherstellen lassen – irgendwas passt da meist einfach nicht. Auch wenn Schatzi dann immer sagt: "Sieht doch aus wie immer!". (Ich reagiere auf diese Bemerkung zeitweise zugegebenermaßen etwas sensibel – aber davon ist ja grad nicht die Rede, nicht wahr?)

Zeitnah dieser Stelle, wenn das Fell subjektiv irgendwie schneller einfettet (ich erspare Euch Bildmaterial) und ich morgens nach dem Aufstehen aussehe, wie frisch unter der Brücke hervorgekrochen, war früher der Punkt, an dem ich mich um einen Termin bei einer Proffessionellen bemühte, [...] bis- ja, bis ich irgendwann entdeckte, daß man ja mittels Tragen eines Caps (vgl. Schirmmütze) den Vollzug der durch eine Schere instrumentalisierten optischen Resozialisierung noch eine Woche aufschieben kann.

Das Verrückte dabei ist, daß ich mich jedesmal aufs Neue darüber ärgere, aber der Leidensdruck offensichtlich noch nicht groß genug zu sein scheint. Weiß der Pfannkuchen, wieso ich mich da so anstelle…

Schönen Sonntag Euch allen! 

25. November 2007 von Neri
Kategorien: Willkommen im Leben! | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Sehr geehrter Herr Neri, ich hoffe doch sehr, dass Sie den Begriff “Professionelle” (ein f übrigens) jetzt nicht so gemeint haben, wie er im deutschen Sprachgebrauch verwendet wird… :roll: (siehe Zwiebelfisch)

    Übrigens: einen aerodynamischen Kurzhaarschnitt kann sicherlich auch ihre Süße mit dem entsprechenden Gerät hinkriegen. Schon mal darüber nachgedacht?

  2. lach…der Artikel hätte, leicht abgewandelt, auch von mir stammen können. Derzeit schiebe ich den Frisuer auch ständig vor mir her und sehe dafür morgens wie ein gigantischer Igel aufm Kopf. das mit dem cape habe ich auch entdeckt, aber nun wirds doch endlich Zeit.

  3. Bei mir ist es nicht der Friseur sondern das Tanken. Das zögere ich auch gern hinaus. Frau halt. :mrgreen:
    Ansonsten hast Du dich sprachlich wieder selbst übertroffen… und Schatzi: “Sieht doch aus wie immer!”. :razz:

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