FlugHamster

Es muss 1989 oder so gewesen sein. Ich besuchte gerade erfolgreich die Grundschule. Millionen Deutsche wurden in diesem Zeitraum von irgendwelchen bedeutenden geschichtliche Ereignissen im Zusammenhang mit unserem Land in Atem gehalten. Ich, als kleiner Mann, maß diesen Vorgängen hingegen ehrlich gesagt relativ wenig Bedeutung bei – schließlich interessierte sich das Erwachsene Deutschland auch nicht für meine Belange. Oder hat jemals einer von Euch einen Politiker im Fernsehen über Knight Rider oder die Turtles reden hören?

Es begab sich also zu jener Zeit, daß einer meiner Klassenkameraden sich anschickte, Berlin zu verlassen. Berufliche Gründe oder so. Seine Eltern wollte er wohl auch mitnehmen. Nur für den Hamster war wohl kein Platz mehr. [...] Schon klar – die einen machen Essen, der andere frißt nur. Da muß man halt Prioritäten setzen. Hätte ich auch nich anders gemacht. Jedenfalls mußte das Backentierchen weg.

Zufällig hatte ich noch ein Plätzchen im Westflügel meines Kinderlofts frei, welches sich geradezu perfekt für die Aufstellung eines Käfigs eignete. Und meine Eltern waren angesichts meiner eidesstattlichen Käfigreinigungsautonomie-Erklärungen ebenfalls nicht sonderlich wehrhaft. Wer kann traurigen Kinderaugen und der Geschichte von einem an der Autobahnraststätte ausgesetzten Hamster schon widerstehen?

Willi, so der Name des kleinen Rackers mit der Testikel-Elephantiasis, zog also wenige Tage später bei mir ein. Direkt gegenüber meines Bettes drehte er fortan fröhlich seine Runden in einem dieser prinzipiell umweltfreundlich einsetzbaren Energieerzeugungsräder für haarige Kleinlebewesen.

Ganz offensichtlich wurde Willi von seinem Ex-Herbergsvater einer Hirnwäsche unterzogen, sodaß aus ihm innerhalb kürzester Zeit ein Taglebewesen geworden war. Ist ja auch wesentlich spielkompatibler so, nicht wahr? Ja, und sogar Fliegen konnte der Gute - trotz eher mäßigem cW-Wert. Jedenfalls hatte ich ihn das zuvor einmal in der Schule tun sehen: Aus der Hand von Karsten zu der seiner Schwester. Immerhin rund 3 Meter – nicht schlecht für so ein domestiziertes Kerlchen!

Genug des Sarkasmus. Um es kurz zu machen: Willi ging es bei mir wesentlich besser. Echt! Auch, wenn die Käfigreinigung natürlich in 95% der Fälle doch an Mutti hängen blieb. Er erlebte trotz überdurchschnittlichen Alters noch etwa ein-einhalb glückliche Jahre bei bzw. mit uns und bereitete der gesamten Familie viel Freude. Auch ohne Flugkunststücke. Der kleine Kerl hat seine Spuren hinterlassen… eine Story mit Happy End, sozusagen.

Und damit man davon in Zukunft noch mehr davon lesen kann und dem ein oder anderen Fellknäuel vielleicht ein trauriges Schicksal erspart bleibt, sei hiermit eindringlich auf folgende Aktion hingewiesen:

*klick*  *klick*

Update: Banner durch die kroetengruensche Variante ersetzt ;)

14. November 2007 von Neri
Kategorien: BlaBla | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Eine herrliche Geschichte und wunderbar formuliert!

    Was ich aber noch anmerken möchte: das Banner sieht man nüscht im FF! Auch mit JavaScript und so. Musste extra auf IE umsteigen.

    Und warum verweist das Fernseh-RSS-Symbol auf diesen jenen Beitrag?!?

  2. @ Julia: Ja, wenn ich meine Pickel so ausdrücken könnte, wie der Neri sich mit Worten, wär ich froh :mrgreen:

    @ Neri: Übrigens hat meine Üppigkeit extra einen neuen Button für die Aktion entworfen und zur freien Verfügung gestellt. Guckst Du hier :wink:

  3. fällt nur mir auf das wenn man den banner richtig liest doch tatsächlich eher zum lebenden kuscheltier verschenken aufgerufen wird?

  4. @Julia: Danke. Aber was das Banner angeht: Das ist ein einfaches JPG – das solte auch der FF anzeigen könne, oder? Und das “Fernsehsymbol” verweist derzeit effektiv noch auf garnix – und somit aus irgendeinem Grunde auf die jeweils aktuelle Seite :roll:

    @Flocke: Die Gene meine Liebe, die Gene :mrgreen: Ihren Button hab ich selbstreent auch noch übernommen. Iss ja auch viel hübscher… und so pfiffig, mit dem Weihnachtshasen ;)

    @Basti: Gefällt Dir der neue auch besser? :cool:

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