Freunde
In den letzten Jahren sind mir immer wieder zwei verschiedene Definitionen von Freundschaft untergekommen:
Die Erstere, zu deren Jüngern ich selbst gehöre, deklariert als Freunde lediglich solche Personen, zu welchen man regelmäßig (d.h. nicht unbedingt "oft") Kontakt hat, welchen man darüberhinaus ein gewisses Mindestmaß an Vertrauen entgegen bringt und von denen man glaubt, dass sie im Bedarfsfall genauso für einen da wären, wie man selbst für sie. Freunde müssen auch nicht zwingend immer derselben Meinung sein – solange sie in der Lage sind den Standpunkt des anderen objektiv nachzuvollziehen und zu akzeptieren. Freunde stehen vor, neben oder auch hinter einem – ganz nach Bedarf. Und generell gilt: Qualität wiegt bedeutend schwerer denn Quantität, sowohl was die Zahl der Freunde, wie auch die Häufigkeit der jeweiligen Kontakte angeht.
Viele Menschen definieren aber auch als Freunde, was ich persönlich höchstens als "Bekannte" bezeichnen würde. Einmal in der Disco zusammen ein Bierchen gezischt und über den selben Witz gelacht – Druschba! Da kommen, ganz wie in den etablierten "sozialen Netzwerken" des Internets, schnell mal 100 Persönchen zusammen, mit denen man angeblich "gaaanz dicke" ist. Aus jeder Ecke "kennt" man jemanden und man selbst sei ja quasi der Mittelpunkt des ganzen Gefüges.
"Freunde" – das sind in diesem Falle meist Trophäen. Das Sinnbild einer oftmals nur erwünschten Beliebtheit. Audruck eines vermeintlich sozialen Erfolgs. Die Kompensation ausbleibender zwischenmenschlicher Tiefen.
Ja, ich bin froh. Froh, dass sich die Zahl meiner "Freunde" nur im einstelligen Bereich bewegt.
Degradiert ein inflationärer Gebrauch dieses wertschätzenden Begriffes das Ganze nicht zu einem billigen Konsumgut?


Ich zähle eigentlich auch zu den Ersteren. Problem an der ganzen Sache ist ja aber folgendes. Wird man von irgendwem als Freund bezeichnet und würde dann dem Gegenüber erklären, dass es sich mehr nur eine Bekanntschaft handelt, gibt das nur böses Blut.
Oder ein anderes Beispiel. Bei StudiVZ keine Freundschaftseinladung zu schicken ist nicht so schlimm, wie eine Einladung abzulehnen. Das nehmen viele persönlich!
da kann ich nur zustimmend nicken! –> 100% ACK!
freunde und bekannte sind ein gewaltiger unterschied. für mich zählen die leute die ich KENNE noch lange nicht zu meinen FREUNDEN. und auch mein wirklicher freundeskreis ist sehr übersichtlich. hier besticht eben auch nur die qualität
Ha! Ich hab 24 Freunde! Alle auf YiGG.de. Unter “Meine Freunde”.
Ich finde es recht verwegen, virtuelle Bekanntschaften als “Freunde” zu bezeichnen. Das wird meist von den Community-Betreibern derart suggeriert.
Wahre Freundschaften finden in der Reality statt und wachsen langsam.
Aber du hast Recht, es ist erstaunlich, wie viele “Freundschaften” unter Promille-Einfluss erklärt werden…
Ich zähle mich ganz klar zur ersten Gruppe!
Mein bester Freund erklärt immer gar keine Freunde zu haben. Also niemanden dem er verpflichtet ist oder von dem er was erwartet. So wird niemand enttäuscht.
Auch ne interessante Einstellung. Es sei noch gesagt das dieser Mensch einer der zuverlässigsten Zeitgenossen ist und einen sehr edlen Charakter hat. Er ist der einzige (ausser meine Frau) dem ich blind vertraue.
Ich hab Dich auch lieb…