Laut gedacht
In den vergangenen Monaten und Jahren entdeckte ich an mir selbst immer wieder überraschend konservative oder gar ehemals als spießig erachtete Gedankengänge. Nein, ich war noch nie der Risiko- oder Draufgänger-Typ, habe aber in früheren Tagen nicht annähernd so langfristig geplant und mein Leben bewußt strukturiert oder vorausschauende Entscheidungen getroffen. Heutzutage wäge ich hingegen alles dreimal ab, wähle in den meisten Fällen den “sicheren” Weg… und fühle mich erschreckenderweise auch noch gut dabei. Ich meine meist, tatsächlich das Richtige zu tun.
Vor einigen Jahren hätte ich vielleicht noch eine Riesendiskussion um für mich heute völlig selbstverständliche Ansichten geführt – heute aber… verstehe ich einfach. Ich heiße nicht alles gut oder übernehme unüberlegt- aber ich verstehe zumindest die Gedankengänge dahinter. Die Sorgen, so übertrieben sie auch sein mögen. Ich kann sie nachvollziehen und akzeptieren. Ich weiß um das Dilemma, manches einfach sagen zu müssen, selbst wenn man sein Gegenüber eigentlich für fähig und kompetent hält. Denn was, wenn doch etwas schief geht und man nichts gesagt hätte? Wenn man nicht versucht hätte, jedes erdenkliche Risiko wenigstens zu minimieren?
Leider ist diese Art zu Denken auch erheblich energieaufwendiger und macht das Leben oftmals unnötig kompliziert. Deshalb gilt es, ein gesundes Maß zu bewahren – was aber zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach ist.
Ich bin in weiten Zügen meiner Persönlichkeit geworden, was ich einen Großteil meines Lebens nie gedacht hätte, zu werden. “Alt!”, höre ich? Oder vielleicht doch nur erwachsen? Ja, vermutlich ist es das. Dieser Punkt, auf den ich in den letzten Jahren gewartet habe – er ist da: Sich tatsächlich “erwachsen” zu FÜHLEN. ERwachsen – also dem Leben GEwachsen. Nicht nur ”volljährig” auf dem Papier. Nicht nur ein “großer Junge”, sondern – ja… ein Mann! Oder sowas ähnliches. So komisch und kitschig das auch klingen mag, aller Lebenserfahrung zum Trotz – mit fast 30 Jahren. Nun trifft es mich plötzlich. Und mit voller Härte.
Liegt das womöglich an dieser winzigen, mittlerweile fast zwei Kilogramm schweren Kleinigkeit – die sich unweigerlich zum größten Abenteuer meines Lebens entwickeln wird? Hat sie dieses Kreuzfeuer aus Sorge um die Zukunft und gleichzeitig unbändige Vorfreude auf selbige entfacht?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mich sehr auf diese Aufgabe freue – allen sich sicherlich stellenden Hürden zum Trotz. Solange ich denken kann, war es nie mein Lebensziel, ein reicher Mann o.ä. zu werden. Die Priorität lag schon immer auf dem Zwischenmenschlichen. Der Hauptpreis: Eine kleine, glückliche Familie. Und was das anbelangt – komme was wolle:
Ich HABE schon gewonnen!


Ich bin Mutter und trotzdem nur zeitweise erwachsen
Aber es hilft ungemein schon mal in die richtige Richtung.. zu .. öh.. stolpern
Na, meinem Eindruck nach befindest Du Dich aber zumindest auf dem richtigen Weg. Und der ist ja bekanntlich das Ziel und so. Alte-Menschen-Weisheit
Ich glaub Du wirst noch so richtig sch**ss-bürgerlich