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Migräne

"Nicht heute Schatz – ich hab Kopfweh!" - Dieser oder ähnliche Sätze gehen wahrscheinlich den meisten durch den Kopf, wenn sie das Wort "Migräne" hören. Wirklich vorstellen können sich darunter jedoch meist nur Betroffene etwas. In  unserer Gesellschaft hat die Migräne leider den Ruf eines oftmals vorgeschobenen oder schlichtweg übertrieben dargestellten, gewöhnlichen Kopfschmerzes. Dies mag an mancher Stelle auch zutreffen – die Realität sieht jedoch leider nicht immer ganz so harmlos aus…

Ich selbst leide unter einer sogenannten anfallsartig auftretenden "migraine accompagné" und möchte Euch an dieser Stelle gerne ein wenig mehr über diese Erkrankung aufklären und so das ein oder andere Vorurteil ausräumen.
Vorneweg: Nicht jeder Migräne-Patient leidet unter den selben Symptomen. Art, Dauer und Ausprägungsgrad, sowie die Begleitsymptome können je nach Krankheits-Form sehr unterschiedlich ausfallen. Ich beschreibe an dieser Stelle stellvertretend lediglich meine ganz persönlichen Erfahrungen…

Den ersten "Anfall" erlitt ich im Alter von rund 16 Jahren – also mitten in der Pubertät, wie viele Betroffene. Hat wohl mit der hormonellen Umstellung zu tun. So genau kann ich das alles nicht erklären, da ich erstens noch keine Vorlesungen o.ä. zum Thema hatte und zweitens viele Zusammenhänge auch bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Wie dem auch sei – damals wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert und erstmal auf einen potentiellen Hirntumor untersucht. Glücklicherweise Fehlanzeige. Wie sich aber herausstellte, war auch das medizinische Klinik-Fachpersonal nicht besonders kundig bzgl. meines Problems, ließ man mir doch denkbar ungünstige Bedingungen angedeihen. Ich sag nur: Neonlicht. Doch dazu später mehr.

Die Auslöser einer Migräne sind vielfältigster Natur: Von Umweltfaktoren (bspw. Luftdruckveränderungen bei Wetteränderung) über ernährungsbedingte Ursachen (z.B. Koffein, Alkohol und Nikotin oder auch Glutamat) oder genetischen Defekte bis hin zu psychischen Auslösern (Streß) kann so ziemlich alles in Frage kommen. Häufig handelt es sich wohl um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Bei mir selbst ist es wohl der (Di-)Streß, bzw. das Abfallen desselben nach Phasen hoher Belastung, in meinem Falle beispielsweise die Prüfungszeiten am Ende des Semesters. Auch Koffein kommt wohl in meinem Fall als Trigger in Frage.

Ein typischer Migräne-Anfall, wie ich ihn gerade in der letzten Woche wieder erleben mußte, beginnt mit einer sogenannten Aura. Hierbei handelt es sich neurologische Ausfälle oder Mißempfindungen wie  Sehstörungen (Doppelbilder, unscharfe Konturen) und Taubheitsgefühle (Kribbeln) in den Händen und Armen sowie am Gaumen und der Zunge.
Bemerkt man diese Symptome, gilt es, möglichst schnell (in der Regel innerhalb einer Stunde) einen möglichst reizarmen, also abgedunkelten und ruhigen Raum mit Liegemöglichkeit aufzusuchen. Reizarm deshalb, da nach Abklingen der Aura eine massive Lichtempfindlichkeit einsetzt – zusammen mit einem meist einseitigen, stechenden Kopfschmerz, der im Verlauf der folgenden Stunden immer stärker wird. Auch schwache Lichtquellen, wie eine Kerze, werden in dieser Phase als extrem schmerzhaft empfunden ("Nadel in Auge").

Zur Entstehung gibt es mehrere Theorien. Eine davon besagt, daß der eigentliche Kopfschmerz durch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird. Während der Aura kommt es hierbei wohl zu einer Verengung eines Gefäßes im Gehirn, welches sich im Folgenden spontan über das normale Maß weitet, was zum Austritt von Proteinen aus der Blutbahn ins Gewebe führt. Diese Proteine werde vom Immunsystem erkannt und unschädlich gemacht. Die resultierende Entzündung bedingt eine Raumforderung des anschwellenden Gewebes sowie einen Anstieg des Drucks in und um das betroffene Areal. Eben dies bedingt dann wiederum neben dem Schmerz eine mögliche Mangeldurchblutung spezifischer Hirnzentren. Oftmals ist hiervon beispielsweise das Sprachzentrum betroffen, so daß der oder die Betroffene unter massiven Wortfindungsstörungen bis hin zu einer temporären Aphasie leidet, die ihm oder ihr eine Verständigung mit seiner Umwelt fast unmöglich macht.

Im Schnitt erlebe ich diesen Zustand in rund 50% meiner Anfälle. Freunde und Familie wissen glücklicherweise meist von Ihren Leiden. Stellt man sich allerdings einmal vor, man wäre allein irgendwo in der Fremde und erleidet einen solchen Anfall, so wird man von den Passanten vermutlich als völlig besoffen abgetan und höchstens verspottet. Glaubt mir: Man kann sich, so sehr man sich auch bemüht, nicht verständlich machen und um Hilfe bitten! Was man von sich gibt, ähnelt am meisten dem, was man aus Exorzismus-Szenen im Fernsehen kennt – völlig unverständliches Gebrabbel oder sinnlose Wortaneinanderreihungen. Man verzweifelt sehr schnell daran, nicht verstanden zu werden und verhält sich teilweise auch gegenüber den Menschen, die einem eigentlich helfen wollen, sehr undankbar. Sorry und danke an dieser Stelle an diejenigen, die diese Phasen schon mit mir durchgestanden haben!

Der eigentliche Kopfschmerz – wie bereits angemerkt meist einseitig, nimmt überdies immer weiter zu. Man kann dessen Intensität nicht beschreiben. "Kopfschmerzen" trifft es eigentlich nicht richtig, denn diese sind zwar läßtig, tun aber eigentlich wesentlich weniger weh. Es ist jedenfalls der intensivste körperliche Schmerz, den ich kenne.
Bei mir dauert diese Phase meist rund 8-12 Stunden an, mir wurde jedoch von anderen Betroffenen auch schon von über bis zu drei Tage andauernde oder gar wöchentlich auftretende Anfälle (allerdings geringerer Intensität) berichtet.

Gelingt es einem, sich selbst zu beruhigen und nicht in Panik zu verfallen, werden die Symptome meist ein wenig erträglicher. Erschwerend kommt jedoch hinzu, daß während eines Anfalls der Magen seine Tätigkeit komplett einstellt, was zu starker Übelkeit führt und eine orale Aufnahme von Medikamenten unmöglich macht. Meist erbrechen die Betroffenen während eines Anfalls mehrmals und heftig, was oft zu einem beträchtichen Flüssigkeitsverlust führt, den man jedoch nicht auszugleichen vermag, ohne sich umgehend wieder zu übergeben. Ein Teufelskreis. Unter diesen Bedingungen erreicht man ziemlich schnell ein Stadium der Verzweiflung und Angst, beginnt zu hyperventilieren und seinen Zustand so eigentlich nur noch zu verschlimmern.

Im Anschluß an die Migräne hat man meist ein extrem hohes Schlafbedürfnis, ist schwach, teilweise etwas unsicher auf den Beinen und trägt noch 1-2 Tage einen "Kater" mit sich herum. Erschütterungen des Kopfes, wie sie beispielsweise beim Husten oder Niesen auftreten, werden in dieser Zeit noch als äußerst schmerzhaft empfunden. Oftmals spielt auch der Kreislauf noch nicht wieder so richtig mit und das Sehvermögen kann beeinträchtigt sein. Und auch seinem Magen sollte man natürlich vorerst nur Schonkost angedeihen lassen.

Handelsübliche Schmerzmittel helfen oftmals nur unzureichend gegen den Migränekopfschmerz. In den vergangenen Jahren haben sich wohl sog. "Triptane" als wirksam herausgestellt, die jedoch verschreibungspflichtig und nicht unbedingt nebenwirkungsfrei  sind. Insbesondere für Patienten mit einem erhöhten Risiko oder einer Vorgeschichte im Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (auch im näheren Familienumfeld) sind diese Medikamente jedoch häufig nicht empfehlenswert. Davon spricht die Werbung natürlich nicht – das erfährt man nur vom Arzt/Apotheker oder später beim Studium des Beipackzettels. Auf einzelne Wirkstoffe einzugehen, würde an dieser Stelle zu weit führen, aber es sei angemerkt, daß ich zwar schon vieles probiert habe, aber für mein Empfinden leider noch kein wirklich effektives Mittel gefunden habe. Genau wie die Migräne selbst, ist auch ihre Behandlung äußerst individuell. Festzuhalten bleibt aber, daß Zäpfchen – so unangenehm deren Applikation auch sein mag, aufgrund der unzureichenden Resorption oral aufgenommener Substanzen, den Tablettenvarianten vorzuziehen sind. Koffein kann, muß aber nicht helfen. Ich persönlich empfand eine subjektive Verschlimmerung der Symptome nach Einnahme von koffeinhaltigen Präparaten, andere beschreiben eine Besserung der Symptomatik. MCP-Tropfen können helfen, den Magen wieder zur Arbeit anzuregen und so auch die Resorption anderer oral aplizierter Wirkstoffe fördern. Letzlich hilft nur probieren – und das unter fachärztlicher Beratung und Aufsicht!

Überdies gelten z.B. autogenes Training, diverse Entspannungstechniken oder Biofeedback als ebenfalls erfolgversprechende therapeutische Maßnahmen, über deren Wirksamkeit ich bislang allerdings noch keine Aussage treffen kann. Ich werde mich allerdings demnächst auch in die Hände einer befreundeten Homöopathin begeben und ggf. von Erfolgen berichten.

Und warum erzähle ich Euch das alles? Ganz einfach, weil ich immer wieder feststelle, daß ein Großteil der Bevölkerung entweder garkein oder nur ein sehr vages Bild dieser Krankheit hat und sie dementsprechend oftmals als Hirngespinst abgetan wird. Sicherlich gibt es viele Betroffene, die unter einer leichten Form der Migräne leiden, welche sich mittels einer Schmerztablette und einer Tasse Kaffee lindern läßt. Doch dies trifft leider nicht auf Alle zu.  Es geht hier nicht darum, Mitleid zu erhaschen. Mein Anliegen ist es, Euch zu sensibilisieren und zumindest oberflächlich aufzuklären, damit ihr es in Zukunft vielleicht ein wenig ernster nehmt, wenn jemand zu Euch sagt: "Ich hab Migräne."

Wer mehr wissen möchte findet über etablierte Suchmaschinen oder in medizinbezogenen Internet-Portalen viele weitere Informationen zum Thema. Individuelle Fragen, Anmerkungen, Eure Erfahrungen, Tips und mehr könnt ihr gerne weiter unten in den Kommentaren hinterlassen. Ich schließe an dieser Stelle und danke Euch für Eure Aufmerksamkeit!

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  1. 21. November 2007, 06:26 | #1

    Da ich diesen Artikel aus meinem alten Blog übernommen habe und die bis dato eingegangenen Kommentare nicht portierbar waren, habe ich mich dazu entschlossen, diese als Übersicht hier wiederzugeben – in der Hoffnung, daß die Kommentatoren damit einverstanden sind. Die jeweiligen eMail-Adressen sind nicht aufgeführt, liegen mir jedoch noch vor, sodaß ich auf Anfrage gerne den Kontakt vermitteln kann…

    Quellenbeck schrieb:
    Ein wirklich sehr interessanter artikel. Trotzdem glaube ich das ein großteil derjenigen, die behaupten untr migräne zu leiden, keine wirkliche migräne haben sondern wenn dann nur kopfschmerzen. Der migränepatient sagt natürlich jetzt das ich ignorant bin aber ich komme zu diesem schluss weil ich eigentlich niemanden kenne der eine ärztliche bestätigung einer migräneerkrankung vorweisen kann. Genau hier sollte, finde ich, mehr aufklärung in der bevölkerung stattfinden, wie wir sie oben lesen können.
    Stutzig hat mich gerade allerdings gemacht das eine tasse kaffee helfen soll kopfschmerzen zu lindern. Ist das tatsächlich so?

    Neri schrieb:
    Ersteinmal vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Wie ich im Artikel anmerkte, ist nicht jede Migräne gleich. Es gibt also durchaus Formen, die es einem erlauben, den Alltag, wenn auch vielleicht eingeschränkt, trotz eines Anfals weiterzuleben. Und ich bezweifle auch nicht, daß viele ihren Kopfschmerz als Migräne beschreiben, um ihn etwas hoch zu stilisieren und damit Aufmerksamkeit zu erregen. Im übrigen hab ich jahrelang eine ärztiche Bescheinigung über o.g. Krankheitsbild mit mir rumgetragen, um mich im Notfall irgendwie verständlich machen zu können. Das Ding war dann irgendwann nur so zerfleddert, daß ich es ausgemustert hab. Eigentlich wollte ich mir da noch eine neue Ausfertigung besorgen – danke für die Erinnerung.
    Was die Tasse Kaffee angeht, klappt das wohl bei einigen Patienten bei leichteren Attacken, bzw. u.U. auch bei Kopfschmerzen generell. Muß man probieren. Koffein führt im Körper indirekt zu einer Dilatation (Weitung) der Gefäße, im Gehirn jedoch zu einer Kontraktion (Verengung) selbiger (s.o. – wünschenswerter Effekt!). Hat was mit der unterschiedlichen Rezeptorverteilung zu tun. Aus diesem Grunde gibt es eine Vielzahl der sog. Schmerzmittel auch fix und fertig mit Koffein

    The Exit schrieb:
    Vielen Dank für den äußerst informativen Artikel. Ich dachte immer, Migräne sei nur etwas stärkeres Kopfweh.

    Flocke schrieb:
    Meine erste Migräneattacke mit Aura erlebte ich auch in der Pubertät. Übrigens wurde auch mir die Diagnose ärztlicherseits bescheinigt. Zum Glück bin ich nie in die Phase mit den Wortfindungsstörungen gekommen, was ich erlebt habe ist aber auch schon schlimm genug gewesen.

    Ich hatte jedoch mehrmals das zweifelhafte Vergnügen meinen Sohn, der auch unter diagnostizierter Migraine accompagne leidet in derartigen Situationen betreuen zu dürfen. Ihn hat es auch schlimmer getroffen als mich, er hat diese Wortausfälle.

    Ich möchte hier ein Beispiel nennen, welches sich mir sehr eingebrannt hat:

    Mein Sohn wollte in einem solchen Anfall etwas trinken, hatte Durst. Er konnte sich nicht äußern, sagte immer wieder “Letans”. Natürlich konnte ich das nicht als “Durst” erkennen. Ihm selber fiel das Wort “Durst” nicht ein und er versuchte es durch “Liter” zu ersetzen. Das gelang ihm nicht, aus “Liter” wurde “Letans”.

    Ich denke dieses Beispiel zeigt sehr gut die Hilflosigkeit der Betroffenen, aber auch der Helfer.

    Für mich stellt sich die Frage nach der Vererbbarkeit, da diese Migräneform auch meinem Vater attestiert wurde. Auch ihn traf es in der Jugend und wurde irgendwann im Alter immer schwächer. Heute hat er meines Wissens keine Probleme mehr damit und auch bei mir haben die Anfälle, seit ich Mitte 30 war, langsam nachgelassen und sind mittlerweile nur noch sehr selten.

    Entspannungstechniken sind sicherlich zu empfehlen, zumal sie auch helfen einen Anfall bei Einsetzen der Aura gelassener zu sehen. Empfehlen möchte ich hier das Progressive Muskelrelaxing nach Jacobsen oder Autogenes Training. Beides läßt sich, sofern ausreichend erlernt, überall anwenden. Notfalls in der U-Bahn oder im Bus.

    Triptane sollten übrigens, soweit ich weiß, bei Herz- Kreislaufkranken nicht eingestzt werden.

    Sylvie schrieb:
    Migräne wird deshalb oft nicht diagnostiziert, weil viele Ärzte sie bisher noch nicht als solche erkannt haben. Ich habe letztes Jahr einen Fernsehbericht gesehen, über eine Frau, die jahrelang von Facharzt zu Facharzt gepilgert ist und keiner konnte helfen. Wenn ich mich recht erinnere, fand man letztendlich die Ursache in einer Kieferfeststellung.

    Ich kenne die Anfälle glücklicherweise nicht in der beschriebenen schweren Form, allerdings sind mir auch begleitende Übelkeit und Lichtempfindlichkeit bekannt.
    Am schlimmsten habe ich es aber während der Ausbildung erlebt. Durch das viele Stehen im Hotel war der Körper komplett verspannt, was natürlich nur förderlich war. Im Gegensatz zu einigen Mitarbeitern, die sich hinterrücks das Maul zerfetzt haben, warum man sich denn wegen Kopfschmerzen krankschreiben lässt…

    Bei leichten Schmerzen hilft (mir zumindest) tatsächlich der klassische Espresso mit Zitronensaft.
    *lecker*örks*

    Quellenbeck schrieb:
    Vielen dank ersteinmal für erklärung mit dem kaffee und auch die mehr oder weniger indirekten kommentare zu meinem kommentar. Wie mir meine mutter heute erzählt hat wurde bei mir scheinbar auch mal eine migräne diagnostiziert und das wusste ich tatsächlich bis heute noch nicht. Zum glück sind meine kopfschmerzen nie so stark gewesen als das ich hätte daran verzweifeln müssen.

    Sylvie schrieb:
    …ich muß noch zu meinem Kommentar ergänzen, daß es sich beim letzten Wort des ersten Absatz mal wieder um eine meiner beliebten (unfreiwilligen) Wortneuschöpfungen handelt:
    Richtig heißt es natürlich “Kieferfehlstellung”, diese wurde allerdings festgestellt, ist also schon fast wieder richtig.

    Krissi* schrieb:
    Irgendwann zwischen 16 oder 17 traten bei mir plötzlich von heute auf morgen und ohne ersichtlichen Grund andauernde Kopfschmerzen auf, die sich über Wochen hielten und durch nichts, außer pharmazeutischen Mitteln, zu lindern waren. Seit dem Zeitpunkt stelle ich mich auch in die Ecke der Migränepatienten, auch wenn ich – und dafür bin ich sehr dankbar – keine solchen Anfälle wie die von dir beschrieben durchlitten habe. Bei mir äußert es sich vor allem in Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und allgemeiner Mattigkeit.

    Solltest du dich demnächt in homöopathische Behandlung begeben, sprich deine behandelnde Ärztin doch mal auf “Antimigren” an. Ich persönlich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Außerdem soll nach neuesten Studien auch die Anwendung von Magnesium in der Migränetherapie sehr gute Erfolge gebracht haben. Ich nehme seit einigen Monaten, vor allem auch wegen Wadenkrämpfen, Magnesium und bin schon über einen längeren Zeitraum kopfschmerzfrei …
    Der Glaube versetzt bekanntlich Berge, aber solange diese unterträglichen Schmerzen damit gelindert werden können, gerne doch.

    PS: Und ja, ich gehöre auch zu denjenigen mit der Koffein-Sympathie bei Kopfschmerzen. Sobald sich Kopfschmerzen bei mir anmelden, bekomme ich einen regelrechten Appetit auf Kaffee …

    Harty schrieb:
    Also ob das mit dem Kafee hilft, weiß ich nicht, aber ich kann es mir bei mir nicht vorstellen da ich während der Attaken auf Hitze ganz empfindlich reagiere. Weiß jemand ob es eigentlich schon was gegen die Aura gibt? Ich mein gegen die Kopfschmerzen und die Übelkeit, gibt es ja genug, was einen wieder halbwegs lebensfähig macht, aber die Aura dauert bei mir ja nun auch mindestens eine Stunde an in der ich dann fast blind bin. Da muss es doch irgendwas geben. Oder weiß jemand was während der Aura im Körper passiert? Das würde ja auch schon helfen.
    Es scheint mir langsam, dass größtenteils Männer darunter leiden, oder? War das nicht mal anders?

    Flocke schrieb:
    @ Harty: Die Aura ansich schließt ja bereits eine Angstphase mit ein, in der Entspannungstechniken sicherlich noch entkrampfend wirken und somit die innerliche Steigerungsbereitschaft des Körpers zum Anfall stoppen können.

    Ich hatte mal Gelegenheit an einer Veranstaltung der Migräneliga, auf der u.a. Dr. Brand von der Migräneklinik Königsstein sprach, teilzunehmen. Diese sind i.d.R. kostenlos und sehr informativ, sogar die Möglichkeit eigene Fragen zu stellen besteht.

    Hier die nächsten Termine: http://www.migraeneliga-deutschland.de/veranstaltungen.htm

    Übrigens: Ich bin ne Lady

    Sylvie schrieb:
    Ich denke nicht, daß Migräne etwas damit zu tun hat, ob man männlich oder weiblich ist – sofern es nicht eventuell hormonelle Ursachen hat – ich bin eher der Meinung, es ist eine Krankheit der Industrienationen.
    Denn nur hier hat man die gesamte Triggerbandbreite: Streß, Lärm, Licht, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Reizüberflutung von morgens bis abends usw.

    Neri schrieb:
    @Harty & Sylvi: Es ist in der Tat so, daß statistisch gesehen mehr Frauen als Männer unter dieser Krankheit leiden. Warum ist jedoch nicht geklärt. Was die Aura-Symptom-Ursache und -Bekämpfung angeht, mach ich mich bei Gelegenheit gerne mal schlauer und berichte dann hier in den Kommentaren…

    Harty schrieb:
    Ich dachte ja auch das ich als Migränepatient einer der wenigen bin, aber wenn ich das hier so lese ist es schon erschreckend wie vielen leuten es genauso, oder sogar schlimmer geht (bezugnehmend auf die Sache mit den Sprachstörungen). Immerhin, wenn sich allein schon hier so viele mit der selben Krankheit (sogar mit verschiedenster Syptomatik) melden, wird es wohl wirklich langsam zur Volkskrankheit.

    Danke @ Flocke für den Link. Ich glaub ich werd da mal vorbeischauen, in der Hoffnung neues zu erfahren. Und ich weiß das du eine Lady bist! Eine manchmal etwas Männerfeindliche sogar !!!

    Eva schrieb:
    Hallo, wollte mich auch mal zu Wort melden. Leide auch schon lange unter Migräne, habe allerdings meistens einen Migräneanfall OHNE Kopfschmerzen. Würde mich mal interessieren, ob es da auch einige Leute mit dem selben Problem gibt?

    Harty schrieb:
    Mit dem selben “Problem”? Also so läuft das bei mir auch mal ab und zu, seit ich vor etwas anderthalb Jahran einen ganz dämlichen Unfall hatte, aber was würde ich drum geben wenn das immer so liefe. Gut man ist durch die Auro mal eine bis zwei Stunden fast blind, aber ohne die Kopfschmerzen ist das zwar nervig, aber erträglich oder?

    Eva schrieb:
    Hallo! Ich würde nicht sagen, dass es erträglicher ist, also mit Kopfschmerzen. Ich habe meist keine Kopfschmerzen, manchmal aber doch, und finde es aber ohne Kopfschmerzen keinen Deut “erträglicher”.
    Dafür ist mir schwindlig, ich kotze mir im wahrsten Sinne die Seele aus dem Leib und ich kann nicht mehr richtig sprechen oder sehen. Wollte hier keine “Rangordnung” aufstellen. Ich finde es eher unangenehm, wenn ich mir anhören muss, wenn Du keine Kopfschmerzen hast, dann ist es ja nur halb so wild.


    Christoph-D. Cebulla schrieb:

    Moin! Es sieht bei diesem Bericht so aus, als wenn ich wieder einen absolut “gleichgesinnten” Leidensgenossen gefunden hätte. Migräne habe ich schon seit frühester Kindheit, wusste jedoch nie, dass es Migräne ist, bis ich mehrere neurologische und radiologische Untersuchungen hinter mich brachte. Vor etwa drei Jahren hatte ich erstmals Sehstörungen dabei; ähnlich als wenn man über einen See guckt und das Licht flimmert darauf. Es führte bishin zu einer “Beinahe”-Blindheit. Vor einigen Wochen, konnte ich zum ersten Mal nicht mehr Sprechen oder schreiben und hatte taube Finger, wobei ich an Schlaganfall dachte. Dadurch, dass mein Partner und ich das letzte dreiviertel Jahr unter entsetzlichen Bedingungen hausen mussten (sprich: Psychoterror), ist mir die Ursache, denke ich, durchaus jetzt bewusst für die letzte große Migräneattacke. Bei mir kommt die Migräne meißt erst später nach größerer Belastung wenn ich wieder zur Ruhe komme.
    Jetzt auf dieser Seite lese ich zum ersten Mal, dass ich nicht der einzige bin, dem es wortwörtlich die Sprache verschlug. Ich wünsche mir und allen anderen Migränepatienten, dass, wenn viele es nicht verstehen, wenigsten unsere Krankheit erst genommen und Rücksicht genommen wird! Deswegen ein großer Dank an den Schreiber dieses Artikels!

    Harty schrieb:
    @Eva: Das wollte ich so nicht sagen und es tut mir Leid wenn das so rüber kam. Die Frage war ja nur, ob du wenn du Kopfschmerzen bei deiner Migräne hast, nicht auch kotzen musst und das ganze drum herrum. Denn wenn, dann kannst du doch über jedes mal froh sein, wo dir wenigstens die Kopfschmerzen erspart bleiben zumal man ja wie gesagt drum herrum noch genug andere Symptome auszustehen hat. So als kleiner Trost praktisch, dass du weist das es auch NOCH schlimmer ginge. Und das nicht im Sinne von “nur halb so wild”, da ich das kenne und weiß wie das ist. Vielleicht sogar nicht ganz so heftig wie du.

    Chris schrieb:
    Hallo allerseits, ich habe Migräneattacken inklusive Aura seit ich 12 bin, in unregelmäßigen Abständen, aber immer mind. 2-3x im Jahr. Die letzte hatte ich vor ungefähr anderthalb Jahren, und das einzige, was sich geändert hat, ist, dass ich jetzt sehr regelmäßig Sport treibe (3-5x in der Woche, immer mind. 1/2 Stunde). Auch wenn das keine Garantie für die Ursache-Wirkungsbeziehung ist: ich halte daran fest und freue mich über die migränefreien Monate.

    Neri schrieb:
    Schon beeindruckend, wie viele Leute sich hier bereits auf diesen Artikel hin gemeldet haben. Insbesondere freue ich mich über die entstandene Diskussion zum Thema! Es ist doch sehr interessant, zu erfahren, wie andere diese Krankheit erleben und damit umgehen. In diesem Sinne ein dickes DANKESCHÖN für Eure rege Teilnahme!

    JayJay schrieb:
    Hey wollt nur mal kundgeben das ich genau die gleiche form dieser migräne habe…zwar noch mit zusätzlichen leiden wie Lichtblitze und Sprachstörungen, ach was, ich kann mich noch nichteinmal schriftlich äußern…alles ist ausgesetz…schrecklich…wenn man das weis, was sie ausmich macht in diesem moment…dann krieg ich angst und will nur noch weg…und das schlimme ist die tabletten verhindern nicht das sie kommt sondern wie stark sie kommt…..lg jayjay

    Janni schrieb:
    Hallo.Ich habe heute zum ersten mal diese äußerst interessante Seite gefunden.Bei mir hat die Migräne mit Aura auch in der Pubertät mit ca.12 angefangen und ich war einige Tage im Krankenhaus zur Untersuchung bis die Diagnose gestellt wurde.Ich habe dann vor 3Jahren auf Anraten meiner Frauenärztin eine andere Pille verschrieben bekommen.Sie meinte ich sollte keine Östrogene einnehmen da ich durch die Migräne mit Aura erhöht Schlaganfall gefährdet sei.Drei Jahre habe ich keine Anfälle mehr bekommen und ich dachte es wäre überstanden bis vor einem Monat…das volle Programm,mit Sehstörungen,Kribbeln,Panikattacken…usw.Vor einer Woche dann erneut und leider im Ausland,was die ganze Sache dann noch unangenehmer gemacht hat.Jetzt achte ich auf jede kleine Veränderung und bin ständig angespannt.Kennt das jemand?Die grösste Angst habe ich davor deswegen nicht arbeiten gehen zu können.Es ist so unangenehm und kommt meist völlig unpassend fünf Minuten bevor ich los muss. Aber es tut gut andere Geschichten zu hören

    Flocke schrieb:

    Wer unter echten Panikattacken leidet, sollte unbedingt mit einem Arzt darüber reden und sich ggf. in die Hände eines erfahrenen Psychotherapeuten begeben. Das hat nix mit “Macke am Kopf” zu tun und schämen muss man sich dafür ganz sicherlich nicht. In einer Therapie können auch Entspannungsübungen erlernt werden, z.B. PMR nach Jacobsen, Autogaines Training und viele andere Dinge, die innerlich entkrampfen und damit auch dem allgemeinen Stressabbau zuträglich sind, der ja widerum migränebegünstigend wirkt. Dies ist ein privater, aber kein ärztlicher Rat

    AndiBerlin schrieb:
    Ja, Migräne ist schon eine üble Sache. Auch ich leide darunter, allerdings nicht unter so einer heftigen Form, wie hier mehrmals beschrieben. Also ohne Seh- und Sprachstörung. Mir ist dann nur übel (ohne mich übergeben zu müssen) und ich habe einen einseitigen extrem schlimmen stechenden Schmerz im Kopf, der mich wimmernd in meinem Bett oder dem Fußboden liegen lässt. Licht- oder Lärmempfindlich bin ich dabei nicht. Das geht dann bis zu drei Tagen lang so. Und dabei fängt es mit einem leichten Kopfschmerz an der Seite sehr sehr harmlos an. Das der Schmerz in einer Migräne gipfeln wird, merke ich daran das der Schmerz über viele viele Stunden nicht besser wird, und auch kein Mittel dagegen zu helfen vermag. Gegen Nachmittag, so weiß ich dann, erwischt es mich dann voll.
    Seit meiner frühesten Kindheit litt ich unter Migräne (damals aber wesentlich schlimmer als heute, mit allen oben genannten Symptomen), die dann mit der Pubertät nachgelassen hat. Seit einiger Zeit hat sie sich aber wieder zurück gemeldet, und die Abstände zum auftreten werden scheinbar immer kürzer, und die Dauer immer länger. Weshalb ich wieder einen Arzt deswegen aufgesucht habe. Es hat mich schon beunruhigt das ich nach ca. 17 Jahren wieder “Besuch” von der Migräne bekomme, wenn auch nicht so schlimme wie zu Kindeszeiten. Aber bis zu drei Nächten nicht vor lauter Schmerz schlafen zu können, geht doch sehr an die Substanz.
    Der Arzt hat mir ein Triptanmittel mitgegeben, welches auch wirklich hilft. Aber jedes mal wenn ich so den Beipackzettel lese, wird mir schon ganz anders!

    Was die Ignoranz einiger Mitmenschen zu dem Thema angeht, so kann ich Euren Ärger sehr wohl verstehen. Bei mir ist es sogar die eigene Schwester, die nicht verstehen kann oder will, das ich nicht immer nur einfache Kopfschmerzen habe.

    Frankie schrieb:
    Hallo allerseits, ja ja, diese Migräne! Habe sie auch, geht mir tierisch auf den… Angefangen während der Pubertät, 3-4 Mal im Jahr, immer in wirklich unpassenden Momenten!!! Sehrstörung mit Aura (zack, ohne Voranmeldung) dann geht´s schnell. Nach 20 Minuten Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen, Nackenschmerzen, taubes Gefühl in linken Arm( nie im rechten!), Nackenschmerzen (kleine Knötchen im Nacken fühlbar, Verspannungen), dann 3 Tage pochende Kopfschmerzen.
    Hat jemand nach einer Migräne-Attacke mit Aura eigentlich schon länger anhaltende Sehstörungen gehabt?
    Bis denn dann

    Neri schrieb:

    Sehr erfreulich, Eure Resonanz! Danke nochmals!
    @Frankie: Bei meiner vorletzten Attacke hatte ich noch 2-3 Tage das Gefühl, daß mein Sehvermögen irgendwie beeinträchtigt wäre – der Augenarzt konnte allerdings nix feststellen. Im Laufe der Zeit normalisierte sich dann auch alles wieder von allein…

    Kai schrieb:
    @Frankie: Hallo,ja, ich hatte vor ein paar Jahren und jetzt aktuell vor einem halben Jahr jeweils ungewohnt schwere Migräne-Attacken in deren Folge ich andauernde Sehstörungen bekam. Nachdem mehrere Augenärzte zunächst nichts gefunden haben, war ich nun bei einem Netzhautspezialisten. Diagnose: deutliche Gefäßveränderungen mit verengten Gefäßen, was im Zusammenhang mit der Migräne zu sehen sei! Sofortiger Nikotinverzicht! Eine genauere Untersuchung der Gefäße wird folgen. Auch wenn ich auf diese Sehstörungen gut verzichten könnte, weiß ich nun, dass ich nicht spinne.
    Außerdem gibt es ein Projekt von einem Londoner Neurologen, der anhaltende Sehstörungen bei Migräne-Patienten untersucht. Das haben nämlich gar nicht so wenige Migränepatienten. Viele Grüße, Kai

    Isabel schrieb:
    Hallo, habe gerade diese Seite gefunden, nachdem ich mal wieder nicht aus dem Haus konnte. 5 Minuten vor dem Verlassen, hat wieder einmal eine Attacke eingesetzt.
    Ich kenne zwar nicht unbedingt die schwere Form des Übergebens und Sprachausfalls, aber sehr heftige Schmerzen und Übelkeit. Es ist oft so, dass ich nicht mal liegen kann. Wodurch sich ein Teufelskreis ergibt, da ich es immer wieder probiere, und die Bewegung alles nur noch schlimmer macht. Das eigentliche Schlimme bei meiner Migräne ist, dass ich alle 5-7 Tage einen Anfall habe und kommt ein plötzlicher Wetterumschwung noch öfter.
    Der Wechsel der Pille, die Einnahme der verschiedensten Schmerzmittel und sämtliche Überprüfungen meines Lebenswandels haben nichts gebracht.
    Einzig eine Behandlung mit Betablockern, mehr oder minder durch Zufall auf Grund eines Herzfehlers, hat geholfen. Doch diese darf ich nun auch nicht mehr nehmen, da sie einen Asthmaanfall auslösen können. Ja, Asthma hab ich auch noch. Also was bleibt mir anderes übrig, als wie ein Baby zu weinen und mir unterstellen zu lassen, ich wollte nur die Ausbildung schwänzen, wenn ich mal wieder einen Anfall habe.
    Nun bin ich 23 und lebe damit schon seit 6 Jahren, wenn ich meiner Mutter zu höre, dann habe ich Hoffnung, dass alles in 20 Jahren vorbei ist, da es ihr genauso erging und sie nun schmerzfrei ist…
    Vielen Dank, dass ihr mir “zugehört” habt
    Eine schmerzfreie Zeit euch allen

    Steffi schrieb:
    Sehr interessant diese Seite ! Ich selber leide auch an dieser Art der Miräne mit Begleiterscheinungen.
    Wenn so ein Anfall kommt, denke ich immer es könnte doch mal etwas Schlimmeres sein,z.b.ein Schlaganfall oder so.
    Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen diese Art von Migräne haben.
    Bei mir kommt dann immer eine extreme Angst dazu.Ich bin seit längerem bei einer Homöopatin in Behandlung,das hilft mir sehr.

    Anna Müller schrieb:
    Liebe Migräne-Leidende!Hatte Migräneanfälle zum ersten Mal in der Pubertät. Dann verschwanden sie bis ich die Pille nahm – von da an blieben sie trotz Absetzen der Pille. Bei mir sind die Attacken abhängig vom Zyklus, vom Stress, Schlafmangel, Wetter. Mir helfen Voltaren-Kinderzäpfchen. Ich habe viele Medikamente ausprobiert, bis ich per Zufall darauf gekommen bin. Da ich mich früher bei einem Anfall auch immer übergeben musste, kamen Tabletten nicht in Frage. Zuerst habe ich eine höhere Dosis Voltaren gebraucht, heute leben ich mit der “Kinderportion”. Was nicht zu unterschätzen ist – kommen die ersten Anzeichen, Sehstörungen, Taubheitsgefühl etc., verfällt man in Panik und macht alles noch schlimmer… Ich expermentiere mit Akupunktur, Yoga, Naturheilmitteln etc. Aber zu wissen, ich habe ein Medikament, das mir hilft, wenn ich es nicht mehr aushalte – das ist Gold wert, nicht zu beschreiben! Der Migräne ausgeliefert zu sein – das ist die Hölle.

  2. 21. November 2007, 11:32 | #2

    Sehr aufschlussreich! Früher habe ich immer geglaubt, Migräne wäre wie Kopfschmerzen, bis es mich dann mit Mitte Zwanzig selbst erwischt hat. Ich bin der typische Wetter-Migräne-Patient, besser als jeder Wetterfrosch. Außerdem reagiere ich vollkommen allergisch auf Zigarettenrauch. Sperrt mich mit einem Raucher in ein Zimmer ein und eine halbe Stunde später könnt Ihr mich von der Wand kratzen.
    Schlimm fand ich es, dass mein damaliger Arzt ewig brauchte, um herauszufinden,was wirklich los war bei mir. Ich war entsetzt, als sich plötzlich Begleiterscheinungen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Lichtempfindlichkeit einstellten und ich nicht wusste, was mit mir los ist.
    Ab und an erliege ich heute noch,aber es ist zum Glück viel seltener geworden.

  3. Harty
    22. November 2007, 18:54 | #3

    Eine gute Entscheidung, dieses Thema auf diese Seite mit zu nehmen. Es kann gar nicht genug Aufklärung geben, finde ich.

  4. 23. November 2007, 21:26 | #4

    @Uwe: Ist wohl des Öfteren so, daß die Krankheit während der Pubertät auftritt und dann mit steigendem Alter *Verzeihung ;) * zunehmend wieder verschwindet …

    @Harty: Der Artikel ist gemäß meinen Statistiken halt einer der Suchmaschinenbesuchermagneten – und bevor ich die alte Domain irgendwann leerfege, werden die erhaltenswerten Inhalte halt Stück für Stück hierher umgezogen.

  5. 24. November 2007, 21:17 | #5

    Ja auch ich begrüße das sehr das der Artikel hier wieder seinen Platz gefunden hat.

  6. 28. November 2007, 03:00 | #6

    Ich pflege nicht zu sagen “ich habe Migräne”. Viel wirkungsvoller finde ich: “Schatz, wenn Du mich noch mehr drückst, dann kotz ich Dich gleich von oben bis unten voll wegen der Migräneübelkeit.”

  7. 10. Dezember 2007, 01:19 | #7

    :neutral:
    Hallo, ich finde diese Seite sehr toll!! Ich weiss langsam auch net mehr weiter. ich hatte meine ersten 3 aura migräne anfälle mit 13 jahren so um den Dreh gehabt. Dann hatte ich Ruhe! Heute bin ich 28 jahre alt und hatte vor 3 monaten wieder so einen aura migräne anfall. ich dachte ich hätte einen schlaganfall. kann mir mal jemand hier eventuell schreiben wo da der unterschied liegt?? Ich war dann beim neurologen, aber anstatt mir ein EEG zu machen, liess der mich nur irgendwelche bewegungen machen wo ich arme beine bewegen musste, sauerkraut stampfen…etc
    ich muss dazu sagen ich leben seit 1 jahr in einer sehr sehr schwierigen partnerschaft, hatte sehr sehr viel streit und kummer gehabt!! Und das krasse an dem tag als ich diese atakke hatte war es war ein sonntag ging es mir seelisch mit meiner beziehung mal richtig gut. ich muss noch dazu sagen das ich seit 4 jahren an einer zwangsneurose und panikatakken leide, was mich sehr mit nimmt, und ich deswegen kaum zur ruhe komme. lieben gruss simone

  8. 12. Dezember 2007, 02:53 | #8

    @Simone: Schaut man sich die Symptome eines Schlaganfalls und einer Migräne an, so sind diese in der Tat wirklich verdammt ähnlich. Nach ein wenig Recherche gibt es für den Laien zwei mehr oder weniger sichere Unterscheidungsmerkmale:

    1) Der Schlaganfallspatient zeigt eine sichtbare einseitige Gesichtslähmung (Hängen)
    2) Der Schlaganfallspatient zeigt einseitige Lähmung der Extremitäten, es ist ihm/ihr also unmöglich z.B. beide Arme zu heben

    Der Migränepatient hingegen erlebt zwar Sensibilitätsausfälle bzw. Mißempfindungen, jedoch treten, soweit mir bekannt, keine motorischen Ausfälle auf (die Magen-Darm-Motilität mal ausgeklammert).

    Die Migränesymptomatik wäre also u.U. eher mit Anzeichen eines erhöhten intrakraniellen (”Hirn-”)Drucks zu verwechseln… aber das würde jetzt zu weit führen ;)

    Jedenfalls ist es nicht wirklich einfach, einen Arzt zu finden, der mit Migräne intensiv vertraut ist… probiers vielleicht nochmal mit nem anderen Kollegen. Was zählt, ist, daß Du Dich gut aufgehoben fühlst.
    Was Du beschreibst ist ganz klassisch: Streßabfall als Anfallsauslöser – ist bei mir ja genauso. Generell kann es sicherlich nicht schaden, wenn Du an Deiner eigene Psychohygiene arbeitest und mit Dir selbst ins Reine kommst, Streßfaktoren abbaust bzw. Wege suchst, besser mit ihm umzugehen.

    LG, Neri

  9. Kristin
    4. August 2008, 14:11 | #9

    Hallo, ich habe gerade deinen Artikel gefunden.

    Ich leide seit meiner Kindheit (seit Grundschule) an Migräne. Jetzt bin ich 26 Jahre. Bisher hat man bei mir leider keine Lösung gefunden. Die vielen Tabletten die ich eingenommen habe haben bei mir bereits den Magen und auch den Darm geschädigt.

    Ich fühle mich sehr oft unfähig in die Arbeit zu gehen – aber man kann ja nicht so oft fehlen… Also versuche ich es mit Tabletten wenigstens ein wenig zu besänftigen um den Ausbruch zu verschieben. Was natürlich nicht immer gelingt… Sitzt man dann mit Sonnenbrille in der Arbeit finden das die meisten einfach nur “affig” – aber wenigstens habe ich den Beweis meiner schiefen Gesichtshälfte dass ich die Brille nicht zum cool-sein trage…
    Aber das ist ja nicht alles – ich fühle mich in dem Moment einfach tot – will nichts sehen/riechen/hören, meine Glieder; mein ganzer Körper schmerzt, Kreislauf kaputt.

    Ich finde es wirklich ganz schrecklich diese Krankheit haben zu müssen!

    Ende des Monats habe ich mal wieder einen Termin bei einem Neurologen. vielleicht kommt dieses mal etwas raus was mir helfen kann :(

    Wie war dein Termin beim heilpraktiker?

    Bei mir hat es viel mit Wetter und Stress zu tun denke ich. Mittlerweile glaube ich dass auch Koffein eine Rolle spielt und ich trinke jetzt keinen Kaffee u Cola mehr.

    Viele liebe Grüße
    Kristin

  10. Wolfgang
    16. September 2008, 11:20 | #10

    Hallo Zusammen,
    Ich hatte auch meinen ersten Migräneanfall mit 13 oder 14, bei mir fängt es mit Sehstörungen auf der rechten Seite an.
    Da kann ich mich aber noch normal Verständigen. Das half mir in der Vergangenheit immer meine Umwelt auf den Anfall vorzubereiten.
    Die Sehstörungen gehen dann nach ca. 1/2 Stunde wieder weg, aber dann habe ich schwierigkeiten mit der Wortfindung.
    Bei starken Anfällen bis zum Totalausfall.
    Meißtens ist das dann nach 1 – 1,5 Stunden wieder vorbei. Es bleibt nur ein dumpfer Schmerz im Nacken und Hinterkopf.
    Ich hatte nach einigen Anfällen in der Jugend dann ca. 20 Jahre Ruhe und dann auf einmal ging es wieder los.
    Mitlerweile bin ich 42, wenn das stimmt daß es im Alter nachlässt hab ich ja gute Chancen daß ichs bald wieder los habe.
    Das blöde ist wirklich seiner Umwelt klar zu machen was los ist.
    Ich arbeite im Außendienst.
    Wie macht ihr das? Habt ihr einen Zettel einstecken den Ihr vorzeigt?
    Ich stelle mir zb. vor daß ich wegen eines Anfalls auf eine Autobahnraststätte fahre und die Polizei will mich kontrollieren.
    Die denken ich bin total breit. Oder fahren mich gleich ins Krankenhaus weil sie denken ich habe einen Schlaganfall.

    Gruß Wolfgang

  11. 17. September 2008, 03:07 | #11

    @Kristin: Ich halte Koffein in meinem Falle für einen definitiven Trigger. Von daher lebe ich die meiste Zeit auch ohne. Die letzten Monate bin ich glücklicherweise von einem Anfall verschont geblieben… und was die homöopathische Schiene angeht bin ich aus Zeitmangel ehrlich gesagt noch keinen Schritt weiter gekommen :neutral:

    @Wolfgang: Ich hab irgendwo in den Tiefen meiner Geldbörse ein völlig zerfleddertes, rund 10 Jahre altes Attest, welches mir meine Hausärztin mal für die Schule ausgestellt hat. Sinngemeäß steht da drin: “…leidet unter einer komplizierten Migraine accompagne mit Wortfindungsstörungen und ist im Falle eines Anfalls nach Hause zu schicken.” Wollte ich mir schon Ewigkeiten mal ein neues ausstellen lassen, vergesse es aber immer wieder.
    Die Angst davor, im Ernstfall aber als alkoholisiert eingestuft und ggf. in eine mit Neonleuchten ausgestattete Ausnüchterungszelle gesteckt zu werden, kenn ich aber ;) Frag einfach mal Deinen Doc, ob er Dir so ein Zettelchen mit handlungsanweisungen verfasst und abstempelt, was Du zur Not vorzeigen kannst…

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