Produkttest: SALIVENT-Inhalator

Für diesen Beitrag hat mich dot-friends.com angeschrieben, mit der Bitte, ob ich den SALIVENT-Aerosol-Inhaltor testen möchte und über meine Erfahrungen mit dem Produkt zu schreiben. dot-friends arbeitet in diesem Falle im Auftrag der Schäfer Produkte GmbH.
Nicht zuletzt aufgrund meiner doch recht ausgeprägten Atemwegsbeschwerden war ich für diesen Produkttest recht schnell zu begeistern und sagte zu.

Bei dem Salivent-Aerosol-Inhalator  handelt es sich  um einer Apparatur,  die  künstliche “Meeresluft” für zu Hause verspricht. Deren heilende Wirkung  ist belegt und wird nicht zuletzt sogar von Krankenkassen im Rahmen der Finanzierung von Kuraufenthalten anerkannt. Das Konzept klingt also vielversprechend.
Der Hersteller beruft sich zwecks Beleg der Wirksamkeit auf der Produktseite u.a auf ein Gutachten des FRAUNHOFER-Instituts für Toxikologie und Aerosolforschung. In eben diesem Gutachten trägt das Gerät jedoch leider noch eine andere Bezeichnung, sodaß man den Salivent-Inhalator meines Erachtens nicht mit eben diesem bewerben dürfte. Schließlich verlieren meines Wissens Produkte Ihre Testsiegel (zumindest die anerkannter Prüfungsinstitutionen wie Öko-Test oder Stiftung Warentest), sowie sie auch nur die Verpackung verändern. Wer also seinem Produkt einen neuen Namen und eine neue Werbekampagne angedeihen lässt, der sollte ihm auch ein individuelles Gutachten gönnen, meine ich. Das aber nur am Rande…

Ein kurzer Blick in die Wikipedia lehrt uns, das es sich bei einem Aerosol  um ein “Gemisch aus festen oder/und flüssigen Schwebeteilchen und Luft” handelt. Im vorliegenden Falle handelt es sich bei den Bestandteilen schlicht um Wasser und Meersalz. Die Zerstäubung in mikrofeine, lungengängige Partikel erfolgt mittels eines Schwammes im Inneren des Gerätes:
Die beiliegende Bedienungsanleitung gibt in ausreichender Qualität mehrere Wege an, das Gerät in Betrieb zu nehmen. In dem zur o.g. Studie gehörenden Gutachten bediente man sich folgender Methode: Der Schwamm wird mit Wasser getränkt,  ausgewrungen und schließlich mit einer übersättigten Salzlösung, welche zuvor  mit Hilfe des beiliegenden Dosierbechers und einem der  mitgelieferten bzw. nachbestellbaren Dosierbeutel Meersalz hergestellt wurde, begossen. Anschließend wird der Schwamm in das Gerät (de facto vergleichbar mit der Miniaturausgabe eines  gedrosselten Wasserkochers) eingeführt und letzteres mit dem Stromnetz verbunden. Nach rund 20 Minuten soll sich lt. Herstellerangaben  die Temperatur im Inneren auf inhalationsfreundliche 50 °C erhöht haben. Nach Aufsetzen der beiliegenden “Mund- bzw. Nasenstückes”  kann nun durch simples Einatmen ein salzhaltiger Nebel erzeugt und  inhaliert werden. Mittels eines verstellbaren Lufteinlasses im Deckel läßt sich hierbei die Strömungsstärke regulieren. Soweit die Theorie…

In der Praxis funktioniert das Konzept leider nicht auf Anhieb: Befindet sich beispielsweise ein bißchen zu viel Flüssigkeit in dem Gerät, so hat man bei kräftiger Einatmung schnell einmal eine mehr oder weniger große Menge an hochkonzentrierter Sole  in der Nase. Wie man sich unschwer vorstellen kann, ist dies alles andere als angenehm und darüber hinaus relativ schmerzhaft in der Folge. Hierzu sollten in der Bedienungsanleitung dringend detaillierere Angaben zur Vorbereitung gemacht werden. Das Ganze soll ja gesund und nicht schädlich sein .

Die Anwendung an sich ist, wie versprochen, einfach und bequem – wenngleich es meinem Empfinden nach empfehlenswert ist, das Gerät während der Anwendung “am Strom” zu belassen, da die Temperatur im Inneren ohnedies rasch abfällt.
Beschwerlich hingegen ist die unbedingt notwendige Reinigung im Anschluß an die Nutzung. Zwar sind Verschluß und Aufsatz lt. Hersteller spülmaschinenfest – ich persönlich würde jedoch dringend davon abraten, den Schwamm mit in Frau Cochranes Wundermaschine zu legen. Desinfiziert werden sollte er trotzdem – nicht zuletzt, weil es kaum einen besseren Nährboden für Bakterien gibt. Also muß der Schwamm ausgekocht werden – in einem Topf mit Wasser. Jedes Mal – und das bedeutet Zeitaufwand, der einer regelmäßigen Nutzung eher hinderlich ist, sofern man nebenbei noch andere tagesstrukturierende Maßnahmen wie Arbeit, Studium, Sozialleben oder gar Kombinationen hierraus zu bewältigen hat.

Nichtsdestrotrotz stellt sich nach ggf.  erfolgreicher Anwendung ein zumindest subjektiv  angenehmes Gefühl ein. Von einem positiven Langzeiteffekt kann ich jedoch leider nicht berichten, was aber auch an einer ausgeprägten und bisher nicht erfolgreich behandelbaren Grunderkrankung liegen mag, welche auch die Inhalation mit dem Salivent nicht zu heilen vermochte. Ungeachtet dessen dürfte sie aber auch nicht schaden – ebenso wie die von HNO-Ärzten immer wieder gerne empfohlenen (und kostengünstigeren) Nasenspülungen. Schlußendlich besteht die Zielgruppe des  Salivents aber auch in Patienten mit Lungenerkrakungen, mit welchen ich aber gottlob nicht auch noch dienen kann.

Wirft man einen Blick auf die Verkaufspreise von Gerät und Zubehör, kommt man aber doch schnell ins Grübeln, ob man sich nicht doch eher  an den Wochenenden ein Bahnticket an die Ostsee zulegt: Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von knapp 100€ ist der Salivent-Aerosol-Inhalator wirklich kein Schnäppchen. Und mit Preisen zwischen  70ct und 90ct pro Päckchen Meersalz (je nach Verpackungseinheit), sowie 2€ für einen Ersatzschwamm im Zehnerpack wird die regelmäßige Anwendung doch verhältnismäßig kostenintensiv.

Und da ich explizit danach gefragt wurde: Nein, empfehlen würde ich das Produkt nicht unbedingt – ich würde aber entsprechend meines derzeitigen Kenntnisstandes auch nicht davon abraten.

04. Oktober 2008 von Neri
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Kommentare (3)

  1. Betretenes Schweigen: Neri ist käuflich.

    :mrgreen:

    Haha! Ich krieg auch ständig irgendeinen Stuss zugeschickt und schreib drüber. Oder auch nicht.

  2. Ich würd auch nicht alles testen… nur fast ;)

  3. Danke für den Hinweis…

    ich habe leider im Winter immer viel Schnupfen und einen verschleimten hals. Und das wirklich jedes mal, wenn die Kälte einsetzt. daher bin ich froh, den Salivent den Meinen zu nennen. Es bildet sich schnell Schleim im hals und es muss dann “nur” noch Abgehustet werden.

    MFG Josua

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