Produkttest: “Sleeptracker” – Besser aufstehen mit Schlafphasenwecker?

[Trigami-Review]

Morgens entspannt und erholt aufwachen. Wer wünscht  sich das nicht? Der US-amerikanische Hersteller Innovative Sleep Solutions schickt den sogenannten Sleeptracker ins Feld, um kaufkräftigen Interessenten  (der Verkaufspreis liegt bei rund 160€)  eben dies zu ermöglichen. Doch was ist dran, an den  Werbeversprechen?

DSCF3503Zur Theorie: Unser Schlaf gliedert sich in verschiedene, sich periodisch wiederholende  Phasen, wobei er am Beginn der Nachtruhe noch tiefer ist, als am Morgen. Ein leichterer Schlaf bedingt natürlich auch eine erleichterte Erweckbarkeit. Und eben dieses Prinzips bedient sich der Sleeptracker, ausgehend davon, dass die einzelnen Schlafphasen mit einer spezifischen Erhöhung bzw. -erniedrigung des Muskeltonus   einhergehen. Anhand des Bewegungsprofils leitet das Gerät den Bewußtseinszustand des Trägers mittels eines Bewegungsmelders ab und weckt ihn oder sie in einem Fast-Wach-Moment. Die beiliegende Broschüre erklärt das Funktionsprinzip  anschaulich. Doch funktioniert das Ganze auch? Der französische Vertrieb zumindest verweist auf der offiziellen Produkt-Homepage auf eine Studie, welche eine 91%ige Übereinstimmung der Genauigkeit mit teuren Schlaflabor-Geräten bestätigt haben soll. Eben diese verlinkte  ”Studie” liest sich leider eher wie eine Pressemitteilung. Auch eine kurze Stichwortsuche in der größten medizinischen Meta-Datenbank PubMed förderte unter dem Suchbegriff “Sleeptracker” leider  keine Treffer zu Tage.

Zum Verpackungsinhalt gehören neben dem Sleeptracker ansich die  vorgenannte Bedienungsanleitung in erfreulich perfektem Deutsch, sowie ein USB-Verbindungskabel zum Anschluß an den PC zwecks Auswertung der vom Sleeptracker aufgezeichneten Daten.  Die “Uhr” selbst wirkt zunächst etwas klobig, trägt sich aber erstaunlicherweise wirklich gut, wenngleich sich ein textiles Armband  sicherlich noch etwas besser ins Ambiente des ansonsten meist doch kuscheligen Schlafplatzes eingefügt hätte. Nichts desto trotz: Das in China hergestellte Produkt bietet auch so einen ausreichenden Tragekomfort.
DSCF3506Neben der spätest  -möglichen Weckzeit obliegt es dem Anwender, eine Dauer für das mögliche Weckfenster davor einzustellen. In eben dieser Zeit überwacht der “intelligente Wecker” dann die Bewegungsmuster des Trägers (so vorhanden) und weckt ihn idealerweise in einem Zustand nahe des Bewußtseins, also fernab einer Tiefschlafphase. Dies geschieht, ganz nach Wunsch mittels einer Abfolge von Pieptönen und/oder mittels des integrierten Vibrationsalarms (zu sehen und hören im Video unterhalb dieses Absatzes).  Eben diese Signale wiederholen sich dann, sollte man das erste Mal verschlafen oder das Gerät keinen Fast-Wach-Moment detektiert haben, nochmals zum Zeitpunkt der voreingestellten spätesten Weckzeit, so dass man zumindestens nicht verschläft. Eben dies erwartet man ja auch von einem Wecker.

 

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Doch kommen wir zur Auswertung meines Tests: Für mich persönlich ist es irgendwie schon zur Gewohnheit geworden, morgens ermattet und müde aufzustehen. Die Gründe dafür sind mir bekannt: Ich gehe in der Regel schlicht viel zu spät ins Bett und die Qualität meines Schlafes hält sich dank chronischer Atembeschwerden meist auch in Grenzen. Das sind allerdings Faktoren, die der Sleeptracker nicht im geringsten zu beeinflussen vermag,  man ihm also auch nicht als Kritik anlasten kann.
Als persönliches Test-Fazit wurde ich also durchaus erfolgreich von dem Gerät geweckt – jedoch hielt mein Bewußtsein nur ein paar Sekunden durch, bevor ich wieder einschlief, um etwas später dann wie gewohnt vom Handy-Wecksignal  tatsächlich aufzuwachen. Meiner Verlobten erging es in Ihrer Testnacht  ebenso. Für den rauen Werktagseinsatz braucht es in unserem Falle wohl  halt doch etwas Aufdringlicheres.  Der Vibrationsalarm muß aber an dieser Stelle trotzdem lobenswert erwähnt werden: Eine äußerst angenehme Art, geweckt zu werden, wie wir einstimmig feststellten! Der Sleeptracker bleibt hier also  durchaus weiter im Einsatz. Und wer weiß – vielleicht stellt sich ja an einem freien Tag auch bei mir bzw. uns  mal der Besser-Aufwachen-Effekt ein… sofern das Babyphone  dem Sleeptracker nicht zuvorkommt ;)

 

08. Mai 2010 von Neri
Kategorien: Gesundheit, Produkttests | Schlagwörter: , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Hmmm… Wüsste jetzt nicht, was ich von diesem Gerät halten soll. Braucht man es denn wirklich?
    :???:

    Zum Thema Müdigkeit trotz langem und regelmäßigen Schlaf gäbe es von mir eine andere Empfehlung: einmal zum Arzt zu gehen. Warum? In meinem Verwandtenkreis gab es jemanden, welcher allein Lebte und den ganzen Tag müde war, trotz langen und regelmäßigen Schlaf und normaler Tagesbetätigung. Als er dann eine Freundin hatte, bemerkte sie, dass er Nachts Atemaussetzer von bis zu einer Minute hatte. Ab ins Schlaflabor. Dort fand man heraus, das die Sauerstoffsättigung bei ca. 20 % lag, normal seien ca. 95 %. Nun liegt der gute mit einer Atemmaske nachts im Bett und ist Tagsüber super ausgeschlafen.

  2. Da muss ich meinem Vorredner Recht geben. Es kann auch organische Gründe für Müdigkeit geben, wie zum Beispiel Eisenmangel.

    Ich bin mir auch noch nicht schlüssig, ob das Gerät brauchbar ist oder nicht. Werktags wahrscheinlich eher nicht, denn da kann ich nicht auf meine Schlafphasen hören, weil ich ja gezwungen bin aufzustehen. Aber am Wochenende klingt durchaus sinnvoll. Da hab ich nämlich das Problem, dass ich früh wch bin, aber noch keine Lust habe, um diese Zeit aufzustehen und dann rumdöse um wieder fest einzuschlafen und dann total schlapp zu sein, weil es eben einfach zu lange war. Dann bin ich nämlich erst Recht müde. Was ja oirgendwie auch nicht der Sinn ist. Ich könnte mir vorstellen, dass die Uhr einen hilft, die richtige Wachphase zu finden. Aber sie ist mir einfach zu teuer :cry:

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