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Artikel Tagged ‘Säuglingstod’

Schlaf, Papa, schlaf…

12. August 2009 Neri 2 Kommentare

Jede Berufsgruppe bringt so ihre charakteristischen Eigenheiten mit sich. In der Konsequenz haben  Eltern, die ja natürlicherweise schon mit einer gewissen Übervorsicht hinsichtlich Ihrer Kinder ausgestattet sind, es nicht unbedingt einfacher, wenn sie einer irgendwie der Medizin nahen Profession nachgehen – mit wachsenden Kenntnissen rund um all die Krankheiten dieser Welt entwickelt man nämlich eine  zunehmende Paranoia… ich kann das bestätigen.

Plötzlicher Kindstod! Wovon man früher beiläufig irgendwo  mal gelesen hat, entwickelt sich mit der Geburt des eigenen Nachwuchses zu einer ausgewachsenen Horror-Vorstellung. “Mein Kind könnte im Schlaf einfach so aufhören zu atmen… und ich würde es nichteinmal mitbekommen!”.
Klar –  eine Risikowahrscheinlichkeit von 0,04% klingt vernachlässigbar – nichtsdestotrotz stellt das sog. SIDS (sudden death infant syndrome) die häufigste Todesart im Säuglingsalter dar. Und trotz mehrerer hundert durchgeführter klinischer Studien in allen Teilen der Welt kennt bis heute keiner die genauen Ursachen – lediglich einige Faktoren, welche bei gewissenhafter Vermeidung  das Risiko beträchtlich senken können, konnten ausgemacht werden. Hierzu nur einige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

1) Überhitzung des Säuglings vermeiden, also auf angemessene Kleidung achten und (nach Möglichkeit) für eine Raumtemperatur von 16-18 Grad im Schlafzimmer sorgen.
2) Keine Kuscheltiere, Nestchen oder lose Decken im Bett verwenden, welche die Atmung des Kindes behindern könnten.
3) Sofern möglich, Bauchlage vermeiden und das Kind idealerweise auf dem Rücken oder der Seite schlafen lassen.
4) Eltern oder Dritte sollten unter keinen Umständen in Räumlichkeiten, in denen das Kind sich aufhält, rauchen!

Doch selbst wenn man sich an alle Vorgaben hält, so bleibt manchmal doch die Angst. Nächte, in denen man immer wieder aufsteht, vor dem Bettchen seinen geliebten Nachwuchses steht und die Atmung kontrolliert.  Diese Unsicherheit  kann einen zermürben. Aus medizinischer und statistischer Sicht sicherlich übertrieben – erst Recht, wenn das Kind noch nichteinmal einer oder mehrerer der Risikogruppen angehört…
51qjleidnzl__sl160_Wir haben uns trotzdem recht schnell dazu entschieden, ein Gerät der Marke Angelcare anzuschaffen. Und sind heute, knapp 10 Monate nach der Geburt unserer Tochter, noch immer mehr als zufrieden mit dieser Entscheidung. Beim Angelcare AC-401-R   (Amazon.de-Partnerlink!) handelt es sich vom Prinzip her zunächsteinmal um ein klassisches Babyphone – jedoch mit einem pfiffigen Extra. Im Lieferumfang befinden sich nämlich noch zwei Sensorplatten, welche entsprechend der Gebrauchsanweisung  unter der Matratze des Nachwuchses platziert werden und fortan die Atembewegungen des Kindes zu detektieren vermögen. Und auch, wenn man es zunächst nicht glauben mag – das System funktioniert. Selbst die mit bloßem Auge kaum wahrzunehmenden Atembewegungen eines Neugeborenen werden zuverlässig registriert. Dementsprechend sollte man  nicht vergessen, das Gerät auszuschalten, bevor man seinen kleinen Schatz aus dem Bettchen nimmt. Ansonsten reagiert das System ganz wie im Ernstfall: Nach 15 Sekunden ertönt zunächst ein einzelner Warnton, nach insgesamt 20 Sekunden ein Alarm an Basis und Empfangsteil, der selbst tiefschlafende und ansonsten schwer erweckbare Väter aus den Träumen reißen sollte.

Für mich persönlich war die Anschaffung dieser Anlage vielleicht keine begründet sinnvolle, dennoch aber definitiv die Richtige Entscheidung – lässt sie mich doch wesentlich ruhiger (ein-)schlafen – was allein mir schon als Rechtfertigung genügt und weswegen ich an dieser Stelle auch darüber berichte. Denn ich bin mir fast sicher, mit meiner Unsicherheit nicht allein zu sein…
Allerdings kommt da noch ein großes ABER! Denn die beste Überwachung bringt absolut garnichts, wenn man als Elternteil nicht weiß, wie man im Ernstfall zu reagieren hätte! Dementsprechend kann ich allen (werdenden) Eltern nur dazu raten, begleitend  auch einen Erste Hilfe-Kurs für (Klein-)Kinder bzw. Neugeborene/Säuglinge (hier gelten andere Regeln zur Wiederbelebung als  bei Erwachsenen!)  zu besuchen, die  z.B.  vom Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund, den Maltesern oder ähnlichen Organisationen landesweit angeboten werden. Eine überschaubare Investition, die sich sicherlich nicht nur in Hinsicht auf den plötzlichen Kindstod lohnt und definitiv nicht durch die bloße Lektüre eines kurzen Artikels oder eines Ratgebers ersetzen lässt… denn praktische Tätigkeiten bleiben um ein vielfaches besser im Gedächtnis, als ausschließlich Gelesenes.

In diesem Sinne: Gute Nacht, liebe (werdende) Eltern  ;)

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