Umweltzone, Tagfahrlicht, E10 und die Sache mit den Löchern

umwaeltzzoneAb dem 1. März 2011 bekommt nun also auch die Messestadt Leipzig eine “Umweltzone” (Karten). Eigentlich ja eher eine “Umwältzzone” - denn mehr als Geld aus den Taschen der eh schon gebeutelten deutschen Kraftfahrzeugbesitzer ins Staatssäckel zu schaufeln passiert dabei eigentlich nicht, wie der ADAC anhand diverser Messungen  in Städten, die schon seit längerem über eine Umweltzone verfügen, nachweisen konnte. Das Credo des größten deutschen Automobilclubs ist unmißverständlich: Der Effekt ist quasi gleich Null.
De facto ändert sich nämlich eigentlich nichts, denn 95% der Feinstaubbelastung sind gemäß oben verlinkter Quellen garnicht auf den PKW-Verkehr, sondern auf Emissionen der Industrie zurückzuführen. Und die paar “Stinker”, die in nennenswertem Maß Rußpartikel ausstossen, bekommen (in vielen Fällen zu Recht) eine Sondergenehmigung, da die Anschaffung eines oder mehrere neuer Kraftfahrzeuge einige Geschäftstreibende in den Ruin treiben würde.
Für die Plakettenvergabe sowie Erteilung, Kontrolle und Ausfertigung von Ausnahmegenehmigungen braucht es natürlich einen immensen bürokratischen Apparat, der erhebliche Kosten verursacht. Diese kann man natürlich durch Bußgelder in Höhe von 40€ pro Einfahrt in die Umweltzone ohne entsprechende Plakette wieder reinholen. Einen Punkt in Flensburg gibt’s extra obendrauf. Und der Verkauf der Plaketten (kosten absehbar zwischen 5-10€) spült ja auch schonmal den ein oder anderen Euro rein. Diese sind übrigens nicht nur bei den Zulassungsstellen sondern in der Regel auch beim Autohändler um die Ecke oder größeren Werkstätten(-ketten) mit Berechtigung zur Abgsasuntersuchung erhältlich, sofern sie nicht grad, wie beispielsweise in den ersten Wochen nach Einführung der Umweltzone in Berlin, ausverkauft sind…

Und wo wir grad bei aktuellen Belangen der deutschen Mobilitätslandschaft sind:

Neu zugelassene Fahrzeuge müssen per Gesetz künftig über ein Tagfahrlicht verfügen. Eine Nachrüstpflicht besteht allerdings nicht. Bravo! Fantastische Initiative, meiner bescheidenen Meinung nach. Und auch wenn die deutschen Versicher keinen nennenswerten prognostischen Vorteil hinsichtlich der Unfallstatistiken sehen, was sich im Übrigen auch mit internationalen Studien deckt, so stellt sich trotzdem die Frage, warum man in diesem Zuge nicht gleich zu einer ganztägigen Verwendung des Abblendlichts aufgerufen hat. Denn schaden tut dessen Verwendung sicherlich auch nicht! Kinder beispielweise erkennen so klarer den Unterschied zwischen parkenden und sich potentiell bewegenden Fahrzeugen.

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Bald an deutschen Tankstellen: “E10″, Benzin mit 10% Bioethanol-Anteil (weitere Infos). Kurz zusammengefasst: Die Umsetzung einer EU-Richtlinie wird absehbar im Vergleich für höheren Verbrauch (geringere Energiedichte) und eine Teuerung herkömmlichen Benzins (“E5″) sorgen, so Sprecher der Mineralölbranche. Außerdem vertragen nicht alle Autos den neuen Sprit – schon ein Tankfehler kann hierbei zum nahendem Motorensterben durch Korrosion führen! Auskünfte zur Verträglichkeit liefert wiederum der ADAC sowie eine Nachfrage beim Fahrzeughersteller direkt. Im Zweifelsfalle also immer den “alten” E5-Sprit tanken!

53 Milliarden Euro zahlen deutsche Autofahrer gemäß Februar-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift “ADAC Motorwelt” jährlich an Steuern und Abgaben. Für den kommunalen Straßenbau (Stichwort Schlaglöcher=Haushaltslöcher) würden elf Milliarden benötigt, zur Verfügung stünden aber nur fünf. Ähnlich verhalte es sich bei den Bundesautobahnen. Hat jemand eine Idee, wo das ganze Geld geblieben ist?

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es mieß, dass es wieder an den Autofahrern hängen bleibt. Die Industrie bekommt es nicht hin, die von der Fotschung erarbeiteten Inovationen bezüglich des CO2-Ausstoßes umzusetzen, weil eine Antriebsalternative mindestens 100 % die selbe Leistung bringen muss, wie derzeitig über jahrzehnte gereiften Antriebe bringen. Dazu kommt noch die weiteren finanziellen Belastungen der Autofahrer, welche zu einem großen Teil auch zum Ausbau der Eisenbahnstrecken – vorallem für ICE – gebenutzt werden. Und bei all dem Schwachsinn kann man in vielen Kommunen mittlerweile auch schon Schlaglöcher ersteigern. Ich empfinde es als Armutszeugnis unserer Verkehrs(bundes)politik.
    :roll:

  2. Hey Matze,

    kennst mich noch? Der Micha von Martin ;)

    Ich finde es ja mal “richtig geil”, dass Leipzig jetzt auch eine “Umwältzzone” bekommt ;) Wie gesagt: Bringt nicht sonderlich viel, aber hauptsache es bringt viel Geld in die Kassen… Wir Berliner leiden ja schon etwas länger darunter.

    LG
    Micha

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