Von Völlerei, dem Geist der Weihnacht und Binär-Hirn
Geschafft! Zwei 5kg-Gänse, ein Kaninchen, schüsselweise Rot- und Grünkohl, gefühlte 48 Klöße und diverse Stollenscheiben sowie Berge von Spekulatius und marzipanhaltigen Konditoreierzeugnissen sind besiegt! Die Treibjagd nach Geschenken hat endlich ein Ende und die BOOYABOO-Besatzung fällt mit dicken Bäuchen in die Kissen der redaktionseigenen Polsterecke. Möge die Waage unserer Körper gnädig sein!
Irgendwie komisch, dieses Weihnachtsfest, hm? Als Kind hat das ganze Spektakel noch etwas märchenhaftes, für den modernen Erwachsenen hingegen stellt es nicht selten aber auch eine enorme Belastung dar. Da potenzieren sich plötzlich die Erwartungshaltungen und jedermann versucht, den Ansprüchen gerecht zu werden. Manch einer möchte sich selbst oder andere sogar übertrumpfen. Und alle sollen nett zueinander sein. Da liegen sich Leute in den Armen, die das Jahr über kein Wort miteinander gewechselt haben, um spätestens am 27. Dezember wieder Funkstille zu halten. Man verkündet, sich aufrichtig über Geschenke zu freuen, die einem u.U. so gar nicht gefallen, um das Gegenüber nicht zu verletzten und provoziert damit, Vergleichbares oder gar dasselbe Präsent im nächsten Jahr erneut in Händen zu halten. Fröhliche Weihnachten!
Ich persönlich bin froh, daß meine Eltern sich von jener Zwanghaftigkeit gelöst haben und mich dementsprechend erzogen haben. Zwar resultierte daraus auch eine gewisse Entzauberung und Rationalisierung im Neri'schen Oberstübchen, aber Madame war in den letzten Jahren recht erfolgreich in der Wiederbelebung meines Geistes der Weihnacht. Ja, das Fest soll schön sein! Das "Fest der Liebe" – der Name sagt es doch eigentlich schon. Umgib Dich mit Menschen, die Dir wirklich was bedeuten und verlebe eine schöne gemeinsame Zeit. Oder schreib Ihnen ne Karte, eMail oder SMS, mit der Du zeigst, dass Du an Sie denkst. Ich glaube nicht, daß Herr von Nazareth gewollt hätte, dass sein Geburtstag zu einem Krampf wird, wie es heute viellerorts Gang und Gebe ist. Und da falle ich ausnahmsweise mal in den SingSang der Kommerzialisierungsklagelieder ein: Die wertvollsten Aufmerksamkeiten erhält man nicht an seinem Geburtstag, an Weihnachten oder Ostern, sondern zwischendurch – einfach so und ohne Anlass!
Nichtsdestotrotz hat mir stellenweise auch sehr viel Spaß gemacht, etwas zu verschenken. Und auch ich habe mich über einige Geschenke sehr gefreut. Nicht über alle. Es waren auch Stücke dabei, die mir lediglich ein ungläubiges Kopfschütteln entlockten. Ich persönlich bin ja ein Fan von Gutscheinen o.ä., wenn ich nicht schon ein passendes Präsent für jemanden im Kopf oder eine verlässliche Quelle für diesbezügliche Hinweise habe. Da kann sich jeder SEINEN ganz persönlichen Wunsch erfüllen und der Gönner hat wenig Beschaffungsarbeit. Entäuschungsrisiko eliminiert, alle glücklich. Klasse Sache, aber leider nicht unbedingt gängige Praxis. Was also tun, mit potentiell "unerwünschten" Gaben?
Aber was red schreib ich – der Thematik hat sich ja unlängst ein neues Mitglied im erlesenen Kreis der Blogger angenommen. Und dem kann ich und könnt Ihr eine Weihnachts-Freude machen, indem Ihr jetzt und vielleicht auch in Zukunft mal bei ihm reinschaut:

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