Zweitplatzierter

Es gibt so Tage, an denen ist man einfach zweitklassig. Nicht im allgemeinen, sondern nur bezogen auf sein Kind. Vorhandensein vorausgesetzt. Solange sich alle Wohlfühl- und Bedürfnis-Parameter des noch frischen Nachwuchses im grünen Bereich befinden, wird man geduldet – mittelfristig vielleicht sogar beachtet und als kurzweilige Unterhaltung willkommen geheissen.
Aber wehe, es keimt Unmut auf: Dann kann Papa noch so viel und liebevoll summen, singen, wiegen, schaukeln, tanzen, streicheln und beruhigend dahersäuseln.  Vollkommen sinnlos  - er hat nunmal keine Brüste! Zumindest keine, die eine ernstzunehmende Konkurrenz für Mamas wären.
Wer nun aber meint, das abrupte Verstummen des Traglings sei auf eine akute Nahrungsunterversorgung zurückzuführen, der wird schnell enttäuscht: Selbst das Anlegen an die mütterliche Brust mit dem Ziel der Stillung wird lediglich mit 2-3 unmotivierten Saugbewegungen, gefolgt von schlagartig einsetzender Somnolenz quittiert.
In seiner Funktion als XY-Elter fühlt man sich da schnell degradiert und inkompetent. Um aber eventuell aufkeimende Frustrationen zu vermeiden, sollte man sich einfach schnell auf eine betont männliche Sichtweise besinnen: Als Kerl fühlt man sich an der angegebenen Stelle schließlich doch auch sehr wohl -man muss halt nur Teilen lernen ;)

22. November 2008 von Neri
Kategorien: Väterliches | 6 Kommentare

Kommentare (6)

  1. Das kann später auch Vorteile haben, wenn der Zwerg abends mal nach der Mama ruft und auch nur diese akzeptiert. Gerade bei spannenden Spielfilmen :-)

    Ich wette ja, die Festplattenrekorder mit Time-Shift wurden von frustrierten Müttern erfunden ;-)

  2. Ich glaub, im Moment wäre Madamema auch mal ganz froh, nicht so viel fernzusehen… aber irgendwie muss man die Stillzeit ja nutzen :cool:
    Die Vorteile für mich hab ich aber so noch garnicht gesehen :roll:

  3. Das kennt der Herr Papa hier auch. Und ihn frustet es deutlich mehr als dass er die Vorteile genießt. Aber das legt sich mit der Zeit. So nach und nach wird das Kind nun offener für Papa und lässt sich auch mal von ihm beruhigen, bespaßen, ablenken – vorrausgesetzt sie hat einen guten Tag, versteht sich. ;)
    Hat allerdings nichts mit zweitklassig zu tun, du bist genauso ein toller Papa wie Madame Mama, nur dass dem Kindlein die Mama vertrauter ist und ja wirklich nur deshalb bevorzugt wird. Sobald der Nachwuchs erkundungsfreudiger wird, ändert sich das schlagartig ;)

  4. @agi: Ich nehms ja nicht wirklich persönlich…. bin mir ja der virtuellen Nabelschnur durchaus bewußt ;)

  5. Ha herrlich. Mir ging das auch so. Mittlerweile darf ich meiner Jüngsten (14 Monate) auch was zu Essen geben und sie bespaßen. Das war vor einigen Monaten ein Problem. grr

  6. Das geht wohl allen ‘neuen’ Papas so … :neutral:

    Später (nach ein paar Jahren) dann – fühlt sich manchmal die Mama etwas abseits, wenn der Vater mit der Tochter spielt/singt oder einfach nur schmust … :wink:

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